Beiträge von Renato

    Bei Fernreisen mit dem Geländewagen abseits asphaltierter Straßen gehört verlässliches Kartenmaterial zur unverzichtbaren Sicherheitsausrüstung. Obwohl digitale Navigationslösungen und GPS-Tracks auf mobilen Endgeräten stark an Bedeutung gewonnen haben, bilden gedruckte topografische Karten und spezialisiertes Papier- oder Offline-Kartenmaterial nach wie vor die wichtigste Rückfallebene bei Stromausfällen, Gerätedefekten oder fehlendem Satellitenempfang.

    Für anspruchsvolle Routen in Europa und Afrika hat sich eine Reihe etablierter Verlage und Anbieter bewährt, die sich durch Detailgrad, Aktualität und Offroad-Tauglichkeit unterscheiden.

    1. Michelin (General Mapping & Regionalkarten)

    • Einsatzbereich: Europa und Nordafrika (insbesondere Marokko).
    • Qualität: Der französische Klassiker bietet vor allem im Maßstab 1:200.000 bis 1:1.000.000 eine hervorragende Übersicht über das übergeordnete Straßennetz. Für Afrika (z. B. Marokko) sind die Michelin-Karten oft die beste verlässliche Basis für Hauptverbindungen und größere Pisten, stoßen jedoch mangels topografischer Detailtiefe im tiefen Gelände an Grenzen.

    2. Reise Know-How / World Mapping Project

    • Einsatzbereich: Weltweit, starker Fokus auf Afrika und Osteuropa.
    • Qualität: Diese reiß- und wetterfesten Spezialkarten (meist im Maßstab 1:500.000 bis 1:1.500.000) basieren auf aktuellen GPS-Daten und berücksichtigen die Bedürfnisse von Overandern. Sie verzeichnen oft auch Nebenpisten, Tankstellen und Brunnen, was sie besonders für Afrika-Reisen wertvoll macht.

    3. IGN (Institut géographique national) & IGN France International

    • Einsatzbereich: Frankreich, Europa sowie diverse frankophone Regionen und afrikanische Länder (historisch bedingt oft West- und Nordafrika).
    • Qualität: Das französische Pendant bietet extrem detailliertes topografisches Kartenmaterial (teilweise 1:25.000 oder 1:50.000). Die physischen Karten zeichnen sich durch präzise Höhenlinien und Geländestrukturen aus, was in unübersessenem Offroad-Gelände essenziell ist. Ältere Ausgaben für Afrika sind allerdings oft veraltet und müssen mit aktuellen Satellitendaten abgeglichen werden.

    4. Freytag & Berndt / Hallwag

    • Einsatzbereich: Europa, Mittelmeerraum, Naher Osten.
    • Qualität: Solide topografische Straßen- und Freizeitkarten mit guter Lesbarkeit. Gut geeignet für die Anreise durch Europa und Randgebiete, für echtes Offroad-Gelände in Afrika jedoch meist zu grob masstäblich.

    5. Spezialverlage für Osteuropa und den Balkan (z. B. Cartographia, Freytag & Berndt, lokale Landesvermessungen)

    • Einsatzbereich: Osteuropa, Karpaten, Balkan.
    • Qualität: Für Offroad-Touren in diesen Regionen empfiehlt sich der Rückgriff auf spezialisierte lokale oder mitteleuropäische Verlage, die oft detailliertere Wander- und Geländekarten im Maßstab 1:50.000 bis 1:100.000 anbieten, da hier viele Forst- und Wirtschaftswege verzeichnet sind, die in Standard-Straßenkarten fehlen.

    Empfehlungen für die Praxis

    • Maßstab wählen: Für die Navigation im Gelände sind Maßstäbe zwischen 1:25.000 und 1:100.000 ideal. Für die Etappenplanung und den Transit eignen sich Übersichtskarten im Maßstab 1:500.000 bis 1:1.000.000.
    • Materialeigenschaften: Auf staubigen oder feuchten Overlanding-Touren ist reiß- und wetterfestes Papier (synthetisches Papier) von Vorteil, da herkömmliches Papier bei starker Beanspruchung schnell einreißt oder durch Feuchtigkeit unlesbar wird.
    • Kombination aus Analog und Digital: Bewährt hat sich ein mehrstufiger Ansatz: Hochwertige physische Papierkarten als ausfallsichere Basis, ergänzt durch offline verfügbare digitale Topo-Karten auf robusten Tablets oder Outdoor-Navigationsgeräten für die exakte Positionierung im Gelände.

    Das hydraulisch betätigte Trommelbremssystem des IFA W50 ist robust konstruiert, erfordert jedoch im Rahmen der Oldtimer-Wartung und des ganzjährigen Einsatzes eine regelmäßige Inspektion. Der Radbremszylinder (RBZ) bildet dabei ein zentrales Element, das direkt auf die Bremsbacken wirkt. Ein sachgemäßer Umgang mit Diagnose, Instandhaltung und anschließender Entlüftung ist für die Betriebssicherheit unerlässlich.


    1. Diagnose und Fehlerermittlung

    Ein verschlissener oder undichter Radbremszylinder kündigt sich meist durch typische Symptome an:

    • Einseitiges Ziehen der Bremse: Verursacht durch schwergängige oder fest sitzende Kolben in einer Seite des Zylinders.
    • Veränderter Pedalweg / Nachlassen des Drucks: Oft ein Indiz für schleichenden Flüssigkeitsverlust oder innere Undichtigkeiten.
    • Verölte oder verfettete Bremsbeläge: Sichtbarer Austritt von Bremsflüssigkeit an den Gummimanschetten, was zu einer massiven Reduzierung der Bremswirkung führt.
    • Visuelle Prüfung: Nach Demontage der Radkappe, Trommel und Rückzugsfedern lässt sich prüfen, ob unter den Staubmanschetten Feuchtigkeit oder Rost austritt.

    2. Ausbau des Radbremszylinders

    Für den Austausch oder die Überholung sind folgende Schritte einzuhalten:

    1. Das Fahrzeug sicher aufbocken, das entsprechende Rad abmontieren und die Bremstrommel entfernen.
    2. Die Bremsbacken nach Aushängen der Rückzugsfedern abnehmen, um den Arbeitsraum freizulegen.
    3. Die Bremsleitung an der Rückseite des Ankerschilds lösen und die Anschlussstelle mit einem Stopfen versehen, um ein vollständiges Auslaufen des Ausgleichsbehälters zu verhindern.
    4. Die Befestigungsschrauben des Radbremszylinders auf der Ankerplatte lösen und den Zylinder nach vorn herausnehmen.

    3. Reparatur und Überholung

    Originale Radbremszylinder lassen sich bei intakter Laufbahnoberfläche häufig instand setzen:

    • Demontage und Reinigung: Kolben und Manschetten herausnehmen. Alle Bauteile gründlich mit Spiritus oder speziellem Bremsenreiniger säubern (kein mineralisches Öl verwenden!).
    • Prüfung der Laufbahn: Die Zylinderwandung auf Riefen oder Korrosion untersuchen. Leichte Pitting-Spuren können vorsichtig mit feinem Schleifvagen geglättet werden; bei tiefen Beschädigungen ist ein kompletter Ersatz zwingend erforderlich.
    • Montage: Neue Kolbenmanschetten und Dichtelemente verwenden. Vor dem Einbau die Zylinderlaufbahn sowie die Manschetten leicht mit Bremsenpaste (oder frischer Bremsflüssigkeit) benetzen, um Gummischäden bei der Montage zu verhindern.

    4. Einbau und Einstellen

    1. Den überholten oder neuen Radbremszylinder wieder auf der Ankerplatte positionieren und festschrauben.
    2. Die Bremsleitung spannungsfrei anschließen und handfest anziehen (auf saubere Gewindegänge achten).
    3. Die Bremsbacken montieren und die Grundeinstellung der Bremse vornehmen. Dabei die Exzenter oder automatischen Nachsteller so einstellen, dass die Bremstrommel nach der Montage frei läuft, jedoch bei Betätigung des Pedals sofort greift.

    5. Bremsflüssigkeit wechseln und System entlüften

    Da Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist, bindet sie mit der Zeit Wasser, was zu Korrosion im inneren System führen kann. Ein periodischer Wechsel ist Pflicht.

    • Wechsel der Flüssigkeit: Das alte Medium am Vorratsbehälter absaugen, neue Bremsflüssigkeit (entsprechend der Herstellerspezifikation) einfüllen und das System spülen.
    • Entlüftungsreihenfolge: Grundsätzlich vom am weitesten entfernten Radbremszylinder zum kürzesten Weg (vom Rahmen bzw. Hauptbremszylinder weg) arbeiten.
    • Entlüftungsvorgang: Einen transparenten Schlauch auf den Entlüftungsnippel des RBZ stecken, das Bremspedal mehrmals betätigen und bei getretenem Pedal den Nippel kurz öffnen, bis die Luftblasen entweichen. Dies so lange wiederholen, bis blasenfreie Bremsflüssigkeit austritt. Dabei den Füllstand im Vorratsbehälter kontinuierlich im Blick behalten.

    Wir begrüßen das neue Mitglied Eirc_2508 im IFA-TOURS Forum.


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    Die Wasserringentlüftungspumpe (auch Entlüftungspumpe oder Exzenterpumpe) der FPH 22/8 kann bei den meisten W50 TLF-Varianten einzeln im eingebauten Zustand der Hauptpumpe demontiert werden, auch wenn der Platz im Geräteraum je nach Aufbau-Variante (GMK) eng bemessen ist.

    Ausbau der Wasserringpumpe

    • Flanschverbindung lösen: Die Entlüftungspumpe ist direkt an den Pumpenkörper der FPH 22/8 geflanscht. Lösen Sie zunächst die Befestigungsschrauben am Pumpenflansch sowie die eventuell angeschlossenen Wasser- und Entlüftungsleitungen.
    • Antriebsverbindung trennen: Die Pumpe wird in der Regel über eine Kupplung oder direkt über die Pumpenwelle angetrieben. Nach dem Lösen der Gehäuseschrauben lässt sich das Aggregat meist axial nach hinten oder zur Seite (je nach Platzverhältnissen zum Rahmen bzw. Tank) abziehen.
    • Prüfung auf Frostschäden: Da es sich um Grauguss handelt, sind Risse nach Frost im Winterbetrieb typisch. Achten Sie beim Ausbau darauf, ob der Riss im Gehäusemantel oder am Deckel verläuft.
    • Verifizierung: Der Ausbau ist erfolgreich, wenn die Entlüftungspumpe komplett vom Hauptgehäuse getrennt und entnommen ist, während die Hauptkreiselpumpe fest im Fahrzeug verbleibt.

    Dichtungen und Ersatzteile

    • Gehäusedichtung / Papierdichtung: Zwischen dem Flansch der Entlüftungspumpe und der Hauptpumpe sitzt eine flache Dichtung (meist Klingersil oder Spezial-Dichtungspapier), die bei der Montage erneuert werden muss.
    • Wellenabdichtung: Prüfen Sie im Zuge der Demontage gleich den Wellendichtring (Simmerring) sowie die dazugehörige Buchse, um Wassereinbruch in den Antriebsbereich zu verhindern.

    Unterlagen & Explosionszeichnungen

    Für die FPH 22/8 und den Nebenabtrieb/Entlüfter gibt es klassische DDR-Reparaturanleitungen sowie den Ersatzteilkatalog für das IFA W50 TLF 16 (Dienstvorschriften für Feuerwehrtechnik). Darin ist die Baugruppe inklusive Stückliste der Kleinteile exakt aufgeführt.