Heute möchte ich einen Punkt beleuchten, der mir ganz besonders am Herzen liegt: Welches Bild wir als Reisende in den Ländern eigentlich hinterlassen – und wer wir selbst überhaupt sind.
Es gibt in den Medien und auf den großen Messen oft dieses Zerrbild, dass weltweite Expeditionen nur etwas für die finanzielle „Elite“ seien. Man sieht die sündhaft teuren High-Tech-Mobile und denkt unwillkürlich: Das kann sich doch ein normaler Mensch gar nicht mehr leisten.
Aber die Realität in unserer Community sieht völlig anders aus!
Der ehrliche Schrauber: Reisen mit Herzblut statt dickem Konto
Es gibt unzählige, ganz normale, weniger bemittelte Menschen in Europa, die auf ihre ganz eigene Art reisen und das Abenteuer erleben. Das sind Leute, die oft jahrelang jeden Cent zweimal umdrehen, die jede freie Minute in der kalten Halle verbringen, sich die Finger dreckig schrauben und den LKW mit eigenen Händen aufbauen. Da steckt kein Erbe und kein riesiges Bankkonto dahinter, sondern pures Herzblut, Verzicht an anderer Stelle und der tiefe, innere Wunsch, einfach mal über den eigenen Tellerrand zu schauen.
Wir reisen nicht, um zu protzen oder um uns vom Rest der Welt abzuschotten. Wir reisen, um zu lernen. Um zu sehen, wie andere Menschen leben, um unsere eigenen Privilegien zu hinterfragen und um die Welt so zu sehen, wie sie ungeschönt ist.
Was geben wir den Menschen im Gastland mit?
Wenn wir mit unseren historischen, oft selbst aufgebauten Fahrzeugen in fernen Ländern auftauchen, bewirkt unser Erscheinen auch etwas bei den Einheimischen. Wir senden eine Botschaft, ohne ein Wort zu sagen:
- Respekt durch Einfachheit: Wir zeigen den Menschen vor Ort, dass wir nicht kommen, um ihnen überlegenen Wohlstand unter die Nase zu reiben. Unser Erscheinen im betagten, ratternden LKW signalisiert: „Ich schätze das Einfache, ich brauche keinen Luxus, um in eurem wunderschönen Land glücklich zu sein.“
- Wertschätzung für das Bestehende: In einer Welt, in der der Westen oft als Wegwerfgesellschaft wahrgenommen wird, bringen wir ein Stück rollendes Kulturgut mit, das 40 oder 50 Jahre alt ist. Das zeigt den Menschen, dass wir Werte erhalten und pflegen – eine Lebenseinstellung, die man in vielen handwerklich geprägten Kulturen tief respektiert.
- Echte Neugier auf Augenhöhe: Weil wir eben nicht in der klimatisierten Luxus-Isolationszelle sitzen, sondern die Fenster heruntergekurbelt haben und das Fahrerhaus schaukelt, sind wir ansprechbar. Wir zeigen, dass der europäische Durchschnittsbürger kein unnahbarer Tourist ist, sondern ein ganz normaler Mensch mit Fehlern, Pannen und dem ehrlichen Wunsch nach Austausch.