IFA LKW W50 - Risse im Rahmen

  • Hallo, habe bei meinem W50 Risse an den Querstreben des Rahmens entdeckt. Betroffen sind die letzten beiden Streben. In der letzten habe ich 4 Risse an den Nieten entdeckt. Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht? Reicht es die Risse zu schweißen und ein dickes Eisen als Verstärkung drüber zu schrauben oder ist das eher schlecht für die Verwindung des Rahmens? :/

  • Moin,

    Rep. Anl. Seite 308:

    3. Risse in den Querträgern sind Abzubohren und nach Nahtvorbereitung (Doppel V Naht) mit KB Elektroden u Schweißen.

    Gehen die Risse von den Nieten aus sind die träger zu ersetzen...


    Ich würde sehen ob ich andere bekomme und die tausche.

    Falls Reparatur, würde ich den träger rausnehmen und die betroffene Hälfte nachbauen. Dann die Naht in die Neutrale zone also in die Mitte setzen.


    Risse Quer zum träger im Steg Schweissen war bei uns Verboten.

    Ein Doppler ist nicht ganz ohne, da du damit Lastsprünge erzeugst und es dann gerne anderswo reißt.

    Kommt auch darauf an was du mit dem Ding vorhast....

    Arbeiten oder Fahrten in der Wüste oder nur 3 mal im Jahr zum Oldtimertreffen!


    Bin Fahrzeugbauer mit Meisterprüfung aber vielleicht haben andere da Jüngere Erfahrungen, bei mir ist das 40 Jahre her.


    Gruß Reinhard

  • Achja auf die Idee im Reparaturhandbuch nachzusehen bin ich garnicht gekommen.Geplant ist der Umbau zum Reisefahrzeug mit LAK Koffer. Denke nicht das wir damit Dünen in der Wüste erklimmen werden. Hauptsächlich Landstraße, vielleicht mal leichtes Gelände. Also für langfristig haltbare Ergebnisse lieber ein Austauschteil? Bloß da kann man ja auch nicht genau sagen wie ermüdet das schon ist, ein Neuteil wird ja niemand rumliegen haben. Im Handbuch steht das man die Nieten nur kurzzeitig durch Schrauben ersetzen sollte. Ist das wirklich so dramatisch oder hielten die Schraubverbindungen damals nicht so sehr? Warum Nieten statt Schrauben?:/

  • Moin,

    eine Nietverbindung hat eine bessere und gleichzeitig flexiblere Verbindung.


    Beim Fuffy ist die flexible Verbindung extrem wichtig, da die Hälfte des Federwegs im Gelände über Verwindung des Rahmens zustande kommt. Deshalb bei dir auch die Risse, weil da irgendwas überlastet worden ist.


    Mit hochfesten Schrauben (über 8.8) wäre ich sehr Vorsichtig, da die Dinger am falschen Ort schnell aufgeben.

    Eine gebrauchte Traverse aus einem Schlachter ohne Risse, ist immer besser als ein geflicktes Bauteil. Nicht jeder Fuffy ist mit 10t auf dem Buckel durch den Wald geprügelt worden.

    Da heute keiner mehr so eine Riesen Nietzange liegen hat, würde ich das Warmnieten. Die kann man zur Not aus dem richtigem Stahl (Weich) selber drehen. Für solche Zwecke habe ich einen Niethammer aus einem Druckluftmeisselset aus dem Baumarkt/Ebay besorgt. 25 oder 30.-€ bei Ebay plus passende Nieteinsätze. Im Feuer oder mittels Brenner warm gemacht und BRRRRT.


    Mit dem Niethammer habe ich schon Flugzeug Bauteile vernietet. Geht Super! Eine Pistole für Flugzeugarbeiten kostet 1-2 tsd €……..


    Gruss Reinhard

  • Wenn die Risse direkt von den Nieten ausgehen, würde ich nicht einfach nur zuschweißen und eine Verstärkungsplatte drüberschrauben. Laut Reparaturanleitung sind solche Querträger eigentlich zu ersetzen. Das spricht dafür, dass man damals davon ausging, dass das Material im Bereich der Nietlöcher bereits geschädigt ist und die Risse nur das sichtbare Ende des Problems darstellen.

    Da bei dir gleich die letzten beiden Quertraversen betroffen sind und der Wagen wohl als Wasserwagen gelaufen ist, würde ich eher von einer Folge hoher Dauerbelastung als von einer generellen Schwachstelle ausgehen. Die hinteren Querträger bekommen bei schwerem Aufbau und voller Beladung einiges an Arbeit ab.

    Mein Vorgehen wäre:

    1. Querträger ausbauen und gründlich reinigen.
    2. Alle Risse freilegen und prüfen, wie weit sie tatsächlich laufen.
    3. Sind die Risse nur lokal und Ersatz nicht verfügbar, die betroffene Hälfte des Trägers nachbauen.
    4. Den geschädigten Bereich großzügig heraustrennen.
    5. Das Ersatzstück mit passender Materialstärke anfertigen.
    6. Die Stoßnaht nicht im hoch belasteten Randbereich, sondern möglichst in die neutrale Zone des Profils legen, also etwa mittig im Steg.
    7. Schweißnaht als Doppel-V-Naht vorbereiten und vollständig durchschweißen.
    8. Anschließend Maßhaltigkeit kontrollieren und den Träger wieder einbauen.

    Von außen einfach ein dickes Flacheisen aufzuschrauben halte ich für keine optimale Lösung. Dadurch versteift man den Bereich lokal, die Belastungen wandern dann oft in den Übergangsbereich neben der Verstärkung und dort entstehen später neue Risse. Gerade bei einem verwindungsfähigen Nutzfahrzeugrahmen sollte man solche Flickstellen eher vermeiden.

    Wenn du passende Ersatztraversen bekommen kannst, wäre das aus meiner Sicht die sauberste und dauerhafteste Lösung.