IFA Museal

  • Grüße


    Ich bin ja noch gar nicht lange hier im Forum aktiv.

    Aber ich stelle fest, daß der Umgang mit der Technik hier doch deutlich anders erfolgt, als in der Feldbahnszene.

    Das liegt sicher daran, daß bei gleichem Alter der Fahrzeuge - Feldbahn-Diesellokomotiven wurden in der DDR erst in Halle / Saale (ganz am Anfang, ca. 50 Stück) und dann bei LKM in Babalsberg gebaut - die heutige Betrachtungsweise deutlich differiert.

    Ein großer Teil der erhaltenen Feldbahnmaschinen befindet sich in Museumssammlungen oder auch Privatsammlungen, die versuchen, die Loks im Originalzustand oder im letzten Betriebszustand zu DDR - Zeiten zu erhalten und zu präsentieren.


    Meine hier im separaten Thread gestellte Frage, ob ich das Eigenbau - Führerhaus von meinem TAKRAF DFG 6302 runternehmen sollte oder nicht, hätte dort umfangreiche Diskussionen und Vorschläge ausgelöst.

    Auch das Bild mit dem Typenschild und dem dazugeklebten Inventurschildchen des IFA - Werkes Glauchau wäre begeistert aufgenommen worden.


    Hier dagegen beschäftigen sich offenbar die meisten mit dem Umbau, der Verbesserung und dem Fahren der Fahrzeuge.

    Aber ich finde kaum Museumssammlungen.

    Eigentlich schade, denn auch für Eure Fahrzeuge gilt ja, daß sie bereits seit mindestens einem Vierteljahrhundert nicht mehr gebaut werden.


    Vielleicht bin ich auch einfach noch nicht weit genug in die Tiefen dieses Forums eingestiegen, aber ich fände eine Rubrik "IFA Museal" toll und dort eben separat zusammengefaßt die Berichte der Kollegen, die Fahrzeuge im DDR - Zustand erhalten / konservieren / aufarbeiten / "retten".

    Eben so, daß Enkeln und Urenkeln später mal gezeigt werden kann, wie dieses einfache, robuste Fahrzeug mal ausgesehen hat, auf dem man so klasse Wohnmobile oder Geländefahrzeuge aufbauen konnte.

    Und das Grundlage für alle möglichen Sonderfahrzeuge der DDR gewesen ist.

    (Damit meine ich natürlich nicht nur die Feuerwehren, die ja dank der vielen Feuerwehrmuseen und -traditionsvereine sicher in etwas größerer Stückzahl überlebt haben dürften.)


    Ich bitte meinen Post als Anregung und nicht als Kritik zu werten.

    Eben als ein paar Gedanken eines "Quereinsteigers", den es auch "nur" wegen der soliden Technik und dem Bedarf an einem unkaputtbaren Flurförderfahrzeug hierher verschlagen hat.

    (Vielleicht auch dem Umstand geschuldet, daß man ja momentan zu Hause bleiben soll und so endlich mal Zeit zum Nachdenken hat...)


    MfG

    Robert

  • Na Moin Robert , so ganz falsch ist dein Eindruck nicht . Die meisten die hier aktiv sind , haben ihre Fahrzeuge zum Fahren und nicht als Museumsobjekt . Aber wenn du , gerade jetzt wo viel Zeit ist hier im Forum bisschen stöberst , wirst du Berichte finden über die Aufarbeitung und Rettung von Fahrzeugen. Gerade auch bei den NVA Fahrzeugen legen viele großen Wert auf Originalität und es gibt da hier auch wahre Experten . Aber genauso groß ist das Interesse vieler Mitglieder am Aufbau von Reisemobilen mit LAK oder Werkstattkoffer. Das hat dann mit den historischen Vorbildern nicht mehr so viel zu tun . Da wird wirklich Wert gelegt auf Zweckmäßigkeit und Zuverlässigkeit. Und die Fahrzeuge werden optimiert nach neuestem Stand der Technik ( Solarmodule etc.) Highlights sind auch die IFA Tours Treffen . Eine sehr schöne Sache war auch der Konvoi im letzten Jahr und die geplante und hoffentlich auch stattfindende DDR Umrundung dieses Jahr. Solche Sachen mit Museumsfahrzeugen zu fahren ist schwer möglich , weil die solche Strecken nicht störungsfrei schaffen werden. So schön wie ein Museum ist, wir haben auf der letzten Tour auch mehrere besucht , sowie die private Sammlung von Werner Poller in Falkenstein-Siebenhitz. So ein W50 will auch bewegt werden , sonst hast du dann mit Standschäden zu kämpfen. Und ihr seid doch mit eurer Wipperliese auch an den Wochenenden unterwegs im Mansfelder Land. Also sind wir doch gedanklich gar nicht so weit auseinander . Grüße Thomas

  • Hallo Robert,


    da man die LKW doch etwas besser/ ungebundener Bewegen kann als so eine Feldbahn, nutzen die meissten ihn Fahrzeug für ihre Bedürfnisse.

    Ich verstehe dich aber sehr gut und wollte eigentlich auch noch schreiben und dich bitten dein Fahrerhäuschen aufzuheben weil es ja ein gewachsenen Bestandteil des Fahrzeug ist. Ich habe einen Linde Stapler mit Frontscheibe und Glasdach. Früher hatte er auch noch Reissverschlusstüren und eine Rückwand aus roter LKW Plane. Ich habe die Reste davon gefunden. Und ich sage dir so ein Dach und Wände sind prima wenn Du auf dem Bock sitzt und die Jungs draußen nicht mit den Anschlagmitteln fertig werden genau dann wenn es von der Seite wagerecht regnen und nur 2 °C sind. Es dauert gerade dann besonders lange.

    Und egal wie komisch die Konstruktion aussieht, Du kannst immer sagen das war so und ist VEB Zubehör.

    Ich kann eigentlich nier irgendwas umbauen, weil es mir immer Leid tut. Ich habe einen Claas grünen W50 mit coolem DDR Zierstreifen, will ihn aber eigentlich wieder beige lackieren. Das bringe ich aber nicht übers Herz.

    Da wünschte ich mir immer ich wäre ein Bisschen cooler wie die Jungs hier.


    Oder hat (außer mir) jemand eine pulverbeschichtete Anhängerkupplung für einen Trabant im Regal liegen, die er nicht anbaut, weil man dafür Löcher ins Auto bohren müsste. 8o


    Eigentlich kann man ja alles wieder rückbauen wenn man soweit ist.


    Also Du machst alles richtig im Sinne des Kulturgutes, die Jungs aber auch.

    Es geht nur um den Erhalt, auf welche Weise auch immer mit den verfügbaren Mitteln.


    Ps. die Scheiben mit Folie heißen VSG Verbund Sicherheitsglas.


    Gruß und schön dass Du dich hier mit einbringst.


    Philipp

  • Hallo Robert, es ist eine Sichtweise, die Du als "Ausstehender" einbringst und das zu Recht. Als Kritik verstehen wir das auch nicht.

    Es gibt aber einige Museen, die IFA Nutzfahrzeuge in der Ausstellung haben und das sind Einige. Unser Anspruch hier ist aber, wie bereits erwähnt ein wenig anders. Sicherlich wollen wir alle so gut wie es uns möglich ist die Fahrzeuge erhalten, aber eben nicht nur erhalten wir nutzen diese auch oft (deshalb Nutzfahrzeuge).


    Auch der Name IFA-Tours sagt ja eigentlich schon viel aus, um was es hier geht. An reinen Museumsfahrzeugen hätten wir hier keinen Nutzen, diese müssen ständig gewartet und gepflegt werden immer mit dem Blick auf Originalität. Damit kann man dann auch nicht viel anfangen, außer eben mal anzuschauen. Solche Fahrzeuge müssten dann auch dementsprechend untergebracht werden, die meisten hier sind aber froh, wenn sie ein Dach zur Verfügung haben, wo der IFA unterstehen kann.


    Es gibt hier auch viele, die Fahrzeuge im Originalzustand haben oder restauriert haben, aber Du hast sicherlich noch nicht die Zeit gehabt im Forum danach zu suchen, ist auch nicht verwunderlich bei über 70.000 Beiträgen.


    Aber schön, das Du Dir Gedanken machst!:)(y)

  • Hallo.


    Ich würde auch gern einen Kommentar dazu abgeben wollen.

    Natürlich hast du schon Recht, dass man solche Fahrzeuge für die Nachwelt erhalten sollte um den späteren Generationen, die Technik von "damals" zeigen und erklären zu können.

    Ich finde es aber auch schön, so wie es die meisten hier machen, sie nutzen die Fahrzeuge und erhalten sie ja trotzdem irgendwie.

    Viele die hier im Forum unterwegs sind, kennen die Fahrzeuge noch aus ihrer Kindheit. Selbst ich war beim Mauerfall erst 12Jahre, bin aber trotzdem mit der Technik groß geworden.

    Nach der Zweiradzeit (Simson, MZ), kam dann der Trabi Kübel, danach der B1000 Abschlepper, T174, W50 (obwohl ich bis zum Tag der Abholung noch nie W50 gefahren war).

    Ich finde es aber schön, wenn man unterwegs oder bei Treffen ist und man die Leute hört: "ach weißt du noch..." oder "Kennst du noch..." oder "So einen hatten wir auch!" . Da freue mich mich immer riesig, denn das sind die Leute die damit aufgewachsen sind. In 20 oder 30 Jahren haben viele Leute zu unseren Fahrzeugen keinen Bezug mehr, da sie ihre Kindheit mit anderen Autos in Verbindung bringen.

    Ich sage immer ein Fahrzeug geht vom stehen kaputt nicht vom Fahren! Man sollte sie nutzen und bewegen aber nicht mehr in dem Maße wie früher, denn dann wären sie bald verschlissen und verschwunden!


    Ich wünsche allen eine frohes Osterfest.

  • Guten Abend.


    Ich habe es auch schon in meinem "Bauthread" gezeigt:

    Stapler ohne die Glasscheiben - nur noch ein paar eingenietete Acrylglasscheiben übrig.)



    autophil :

    Was mich bei dem Führerhaus nachdenklich macht, ist der inzwischen eben doch schon bescheidene Zustand.

    Gerade die Holzteile zeigen Fäulniserscheinungen. Und auch, wenn es doch Verbundglas ist, ist es nicht gekennzeichnet und könnte damit im öffentlichen Straßenverkehr wahrscheinlich doch zu Problemen führen.

    Das Führerhaus selber ist auch nicht IFA.

    Das ist nur der schwere Rohrhalter mit dem "Sonnendach", der 1977 (dran-)gebaut wurde.

    Alles weitere ist nur insofern "IFA", als es eben von IFA- Mitarbeitern gemäß ihrem Werksbedarf draufgebaut wurde. (Es ist also nur zufällig IFA - es hätte genausogut "schwarze Pumpe" oder LKM sein können...)

    ;-)


    Aber bisher habe ich alle Abmessungen der Scheiben festgehalten und alles so abgebaut, daß es auch wieder drangeschraubt werden kann.

    Allerdings tendiere ich mehr und mehr dahin, alles "drangebastelte" aus der Betriebswerkstatt ersatzlos wegzunehmen. Es schafft bessere Übersicht - und ich muß den Stapler ja nicht (zwingend) bei schlechtem Wetter betreiben.


    Mal gucken.


    MfG

    Robert

  • Hallo,


    mir geht es wie Philip(autophil) schon beschrieben hat. Bloß kein Loch machen und möglicht original erhalten.

    Das Hobby kostet viel Geld und irgendwie muss die Kiste wie Renato schon schrieb daher auch einen Nutzen haben.

    Für rein Museum fehlen überall die Kapazitäten. Und richtig Spaß macht es ja auch zu zeigen zu was unsere Fahrzeuge fähig sind.

    Siehe meiner: OWS-Berlin (hat er in Finowfurth 2019 mal eben so unangekündigt aufgenommen.)

    An meinem ist noch ein Vorbaukran und es macht echt Spaß damit schon mal zu arbeiten.


    Gruß

  • Robert ich hätte nichts gegen das Nachgebaute, weil es ja nun mal so war, dass viele Eigenlösungen dazu kamen.

    Meiner hat kurz nach der Wende eine Kugelkopfanhänerkupplung bekommen, wofür das Ersatzrad weichen mußte.

    Das ist sogar Westnachbau(Westfalia) für damals 2400 DM. Lange überlegte ich es zurück zu bauen, aber es gehört zum Fahrzeugleben und Nutzfahrzeuge wurden früher wie heute passend gemacht. Das sollte man auch mal zeigen.

    Was eher meine und nicht jedermanns Meinung ist: Meiner ist ein Arbeitsfahrzeug gewesen und darf daher auch nicht wie aus dem Werk aussehen. Denn so war es damals auch nicht. Etwas weniger Rost wäre mir auch Recht, aber Patina muss auf jeden Fall sein.


    Viel Spaß mit deinem Projekt :-)