IFA 4VD 14,5/12-1 SRW - Einspritzdüsen abdrücken und prüfen

  • Hallo

    ich habe Heute meine Einspritzdüsen kontrolliert. Mit so einem Gerät von Vevor. Alle vier haben bei 160 bar abgespritzt ( also ihr wisst was ich meine ) . Die Druckprobe war schon schwieriger, ich musste den Druck mit dem Pumpenhebel halten, trotzdem viel er relativ schnell ab, an den Düsen bildetet sich in gewissen Abständen Tropfen. Eine Düse hat schon bei geringen langsam erhöhten Druck abgepiselt bei 160 dann richtig, das war auch die Einzige Düse bei der, während der Messung Diesel aus der Leckölleitung lief. Zum Rattern habe ich keine der Düsen gebracht. Allerdings weiß ich nicht wie sich das Anhören muss, ich habe er ein gleichmäßiges zischen vernommen. Ich werde nun erst mal neue Einsätze bestellen. Ist es OK wenn ich welche aus alten DDR Lagerbeständen kaufe oder kann es durch die lange Lagerzeit Probleme geben?

    Ich würde mich freuen eure Meinung zu meinen Erkenntnissen zu hören. Habe zwar, vor langer Zeit, KFZ Schlosser gelernt aber nie an einem Diesel geschraubt, Pkw mit Dieselmotor gabs ja nicht in der DDR und wir waren eine reine Pkw Werkstatt, Schade!

  • Expeditionsleitfaden für historische Laster
    🚚 Expeditionsleitfaden für historische Laster 🗺️
    Saharastaub im Fahrerhaus Buchcover
    🚚 Saharastaub im Fahrerhaus 🗺️
  • Hier erstmal eine korrekte Anleitung für das Abdrücken der Einspritzdüsen.


    Wartung der Düsen

    Reinigung und Prüfung

    • Reinigung: Gebrauchte Düsen müssen von Schmutz und Koksansätzen befreit werden. Verwenden Sie hierfür reines Benzin oder ein vergleichbares Entfettungsmittel.
    • Sichtprüfung:
      1. Düsennadel: Auf eingeschlagene, raue oder verkokte Dichtsitze sowie auf Freßstellen an der Führung prüfen.
      2. Düsenkörper: Auf eingeschlagene oder verkokte Dichtsitze (nur mit einem Hartholzstab reinigen) sowie auf verstopfte Spritzlöcher prüfen.
    • Wichtiger Hinweis: Düsennadel und Düsenkörper sind nicht untereinander austauschbar.
    • Montage: Nach der Reinigung die Nadeln in reinen Dieselkraftstoff tauchen und wieder in den Düsenkörper einsetzen.

    Gleitfähigkeitsprüfung

    Halten Sie die Düse nahezu senkrecht. Wenn die Nadel etwa 1/3 ihrer Gleitlänge aus dem Düsenkörper herausgezogen wird, muss sie durch ihr Eigengewicht langsam wieder in den Dichtsitz zurückgleiten. Führen Sie diesen Test in mindestens drei verschiedenen, gleichmäßig über den Umfang verteilten Drehstellungen durch.

    Vorbereitung für den Einbau

    • Neue Düsen: Auch diese müssen vor der Verwendung in Benzin oder anderen ätherischen Entfettungsmitteln von ihrem Konservierungsöl befreit werden.
    • Druckfeder entspannen: Vor dem Einbau der Düse in den Düsenhalter muss die Druckfeder entspannt werden:
      1. Führen Sie einen Sechskant-Stiftschlüssel (Größe 5) durch die Gewindebohrung der Verschlusskappe in das Sechskant der Druckeinstellkappe ein.
      2. Durch Linksdrehung die Feder vollständig entspannen, bis ein nachlassendes Drehmoment spürbar ist.
      3. Lösen Sie die Druckeinstellkappe um weitere 1,5 Umdrehungen, um beim Einbau eine vorspannungsfreie Montage sicherzustellen.

    Kontrolle vor dem Einbau in den Halter

    Stellen Sie sicher, dass:

    1. Die Dichtfläche am Düsenhalter sauber, gratfrei und unbeschädigt ist.
    2. Die Arretierungsstifte nicht überstehen oder verbogen sind.
    3. Die Düsenauflagefläche innerhalb der Überwurfmutter nicht eingedrückt ist.
    4. Der Federstößel gerade ist.

    Wichtig: Das Anziehen der Überwurfmutter muss mit einem Drehmomentschlüssel mit 7 kpm erfolgen. Ein zu hohes Drehmoment verformt die Überwurfmutter an der Stirnseite, was zum Klemmen der Düse führen kann.

    Prüfvorschrift

    Die Prüfung erfolgt auf einem Düsenprüfgerät. Geprüft werden: Dichtheit, Schnarreigenschaften, Strahlbild und Öffnungsdruck.

    • Dichtheit: Verwenden Sie reinen, gefilterten Dieselkraftstoff. Spülen Sie das System zunächst durch mehrfaches Betätigen des Druckhebels. Steigern Sie anschließend bei weiterem Pumpen (ca. 2 Bewegungen/Sek.) den Druck auf 150 kp/cm2. Innerhalb von 10 Sekunden darf kein Tropfen zwischen Überwurfmutter und Düse oder am Spritzloch auftreten. Nachtropfen oder Vortropfen sind nicht zulässig; die Düse ist in diesem Fall zu reklamieren.
    • Schnarreigenschaften: Das Manometer muss abgeschaltet werden. Bei schneller Hebelbewegung (ca. 2 Abwärtsbewegungen pro Sekunde) muss ein weiches Schnarren (ähnlich einem hohen Pfeifton) einsetzen, wobei der Kraftstoff fein zerstäubt austritt.
    • Strahlbild: Das Manometer muss ebenfalls abgeschaltet werden. Der Strahl muss einen Winkel von 20 - 25 Grad aufweisen. Der Winkel zwischen Düsenlängsachse und Strahlachse muss ca. 33° betragen. Beschädigungen am Spritzlochaustritt sind nicht zulässig.
    • Öffnungsdruck: Der Solldruck beträgt 175 + 10 kp/cm. Bei neuen Düsenhaltern ist ein um 5 kp/cm höherer Wert einzustellen, um den Druckabfall durch das Einarbeiten der Innenteile auszugleichen.

    Einbau des Düsenhalters

    • Vorbereitung: Der Düsensitz im Motor muss absolut sauber sein, da sich der Halter sonst auf verkrusteter Ölkohle verspannt.
    • Einsetzen: Verwenden Sie immer einen neuen Kupferdichtring A18x10x2 Cu. Setzen Sie den Düsenhalter mit einer leichten Rechtsdrehung ein, um Verspannungen zu vermeiden.
    • Leitungsanschluss: Kontrollieren Sie vor dem Anschluss der Einspritzleitungen, ob die lichte Weite der Dichtkegel noch 2 mm beträgt. Falls nicht, ist dieser Wert 2 + 0,2 mm wiederherzustellen (Späne danach unbedingt ausblasen!).
    • Finalisierung: Die Muttern des Druckflansches gleichmäßig und abwechselnd mit 1,3 kpm anziehen. Ein leichtes Anziehen genügt, da der Kupferring nicht zu einem dünnen Plättchen zerdrückt werden darf. Eventuelles leichtes "Abblasen" nach dem Anlassen der Maschine kann durch leichtes Nachziehen beseitigt werden.

    Hinweis: Sollte die Düsennadel trotz sorgfältiger Beachtung der Anleitung klemmen oder das Gewinde durch häufiges Auf- und Abschrauben verzogen sein, ist der Düsenhalter auszuwechseln.



    Deine Diagnose ist absolut schlüssig. Der "Einspritzdruck ist zu niedrig. Dass die Düsen nicht "rattern" (das typische Schnarren, das durch das schnelle Öffnen und Schließen der Düsennadel entsteht), liegt am zu niedrigen Druck. Erhöhe mal den Druck nach Vorgabe und berichte dann.