IFA LKW W50 - Motorüberholung

  • Das müsste dann aber eher das Schwungradseitige Lager sein. Wenn die Kupplung eingekuppelt ist, drückt sie gegen das Schwungrad, da kommt keine Last auf das Lager.

    Hallo,


    das verstehe ich jetzt nicht. Wenn die Kupplung getreten ist, schieben die Federn vom Automat die Kurbelwelle Richtung Steuertrieb, kann also genau das Fehlerbild verursachen. Woeso meinst Du es sollte das andere Lager sein?


    Gruß


    Micha

  • Hi,


    ich sehe das auch wie Micha. Die Kupplung kann doch höchstens auf das Schwungrad drücken, nicht aber daran ziehen. Deswegen kann die Belastung noch nur auf die steuerseitige Anlauffläche wirken.


    1. Wie hoch ist die Anpresskraft der Kupplungsscheibe gegen das Schwungrad im Normalfall

    2. Die Anlaufscheibe hat deutliche konzentrische Riefen - die Kurbelwelle an der Stelle sieht nicht so drastisch aus, aber ich gehe davon aus, dass es auch dort etwas weggenommen hat. Kann ich nun die Kurbelwelle auch noch schleifen lassen :) ?

    3. Kennt jemand jemanden, der im Kreis OSL / Südbrandenburg Kupplungswellen aufarbeitet?


    liebe Grüße,

    Anton

  • Moin,


    das Schwungrad sitzt genauso an der Kurbelwelle wie die Kupplung. Dadurch wird die Kurbelwelle nicht verschoben oder belastet.

    Wenn aber die Kupplung getreten wird, drückt das Ausrücklager die Kurbelwelle nach Vorn um die Federkraft des Automaten zu überwinden.

    Die Kurbelwelle saust dann nach vorn, bis sie von der hinteren Anlaufscheibe gebremst wird.

    Wenn man jetzt lang genug auf der Kupplung steht, verschleisst die.


    Gruß Reinhard

  • Hi,


    ich habe mir das eben auch noch einmal überlegt, die Kupplung selbst klemmt die Kupplungsscheibe zwischen sich und dem Schwungrad ein - daher im eingekuppelten Zustand auch keine Kraft auf die Kurbelwelle. Und genau, wie Reinhard gesagt hat, wenn man die Kupplung tritt, beginnt das Ausrücklager gegen den Federteller zu drücken, der dann, da ja fest mit dem Schwungrad verbunden, die Kurbelwelle nach vorne drückt. Somit bewegt sich dann die Kurbelwelle auf die vordere (steuerseitig) Anlaufscheibe hinzu und von der hinteren (abtriebsseitig) weg - oder?


    1. Lässt sich das Kupplungsgestänge so verstellen, dass das Ausrücklager weit über den entkuppelten Zustand hinaus auf die Kupplung drückt und somit evt. zu einem unnötigen Verschleiß führt?


    Anton

  • kw.JPG


    Moin,

    male dir doch mal ein Hauptlager auf und schiebe dann die Welle nach vorn. Dann reibt die hintere Anlaufscheibe, die vordere hast du ja vom Lager weggeschoben.


    Die Anlaufscheiben gehen von Dauerbelastung kaputt. Die sollen eigentlich nur die Kurbelwelle am seitlichen Wandern hindern. Das heißt die bewegt sich lastfrei zwischen den beiden Scheiben hin und her. Als 2. Aufgabe muss sie die Federkraft vom Kupplungsautomaten gegenhalten.


    Gruß Reinhard

  • male dir doch mal ein Hauptlager auf und schiebe dann die Welle nach vorn. Dann reibt die hintere Anlaufscheibe, die vordere hast du ja vom Lager weggeschoben.


    Die Anlaufscheiben gehen von Dauerbelastung kaputt. Die sollen eigentlich nur die Kurbelwelle am seitlichen Wandern hindern. Das heißt die bewegt sich lastfrei zwischen den beiden Scheiben hin und her. Als 2. Aufgabe muss sie die Federkraft vom Kupplungsautomaten gegenhalten.


    Gruß Reinhard

    Hallo,


    hehe, da haben wir das gleiche gemeint. Deine Formulierung war nur verständlicher. Ich bin in Gedanken von der Lauffläche der Kurbelwelle ausgegangen. Die ist der Seite vom Steuertrieb zugewandt. Die Anlaufscheibe ist wie Du richtig geschrieben hast, der Kupplung zugewandt.


    Gruß


    Micha

  • Moin,


    die Kurbelwelle kann geschliffen werden. Vorher bitte checken ob es Führungslager in Übermaß gibt.


    Zum Verschleiß:

    1. Dein Ausrücklager steht zu stramm und schleift die ganze Zeit auf der Druckplatte.

    die Gegenkraft muss dein Kw Führungslager aufnehmen. Das taugt nicht.


    2. Der Kutscher steht viel mit getretener Kupplung oder benutzt das Kupplungspedal als Fußstütze

    Das taugt auch nicht.


    Gruß Reinhard

  • Hallo Freunde,


    ich melde mich mal wieder. Wie immer gibt es viel zu tun und es dauert alles länger als man denkt ...

    Ich habe den Motor nun fast wieder komplett zusammengebaut. Bzgl. der Frage, welche Anlaufscheibe bzw. welche Lauffläche der Kurbelwelle abgenutzt ist, hatte Vossba natürlich recht - ich habe mir nicht klar gemacht, wie die Kurbelwelle gelagert ist. Sie sitzt ja in dem Lagerbock mit zwei Anlaufscheiben, ich hatte mir das falsch vorgestellt - ich dache sie sitze zwischen zwei Lagerböcken mit jeweils einer Anlaufscheibe an dem einen und einer an dem anderen.

    Die Kurbelwelle habe ich schleifen lassen, da gab es auch neue Anlaufscheiben mit Übermaß dazu - interessanterweise gab es zwei Paar Anlaufscheiben. Bei mir gab waren nur die mit der Nase drin, aber man hat mir noch welche ohne Nase gegeben, die man noch in die obere Hälfte einlegen kann.

    Dieses Ding, was in der Ölwanne war, war tatsächlich ein Ölmessstab. Da dieser auch direkt im Kurbelgehäuse neben dem Passlager reinkommt, gehe ich davon aus, dass dieser sich dort einmal kurz oder länger verkanntet hat und somit die Anlaufflächen sich abgearbeitet haben.


    Aktuell habe ich ein Problem mit der Dichtung der Ölwanne. Wenn ich in den kupplungsseitigen Deckel mit Simmering zentriert (Augenmaß) auf die Welle schiebe und dann montiere, habe ich eine merkliche Stufe (Höhenunterschied) von dem Deckel zum Kurbelgehäuse. Da mache ich mir nun Sorgen, dass das nicht dicht hält wenn ich da die Ölwanne gegen schraube. Wenn ich den kupplungsseitigen Deckel so montiere, dass er plan abschließt mit dem Kurbelgehäuse, dann sieht man mit bloßem Auge, dass der Simmering nicht mir mittig sitzt, sonder koaxial.

    Im Reparaturhandbuch steht:

    "Die Ölwanne mit dem angezogenen Schwungradgehäuse schließt an der Schwungradseite bündig mit dem Kurbelgehäuse ab".

    Was ist damit genau gemeint? Mir kam die Idee, dass man dort vielleicht keine Dichtung bräuchte - vom Höhenunterschied käme es in etwa hin.

    Hat von Euch jemand eine Idee oder einen Tip? Ich überlege, das Schwungradgehäuse einfach etwas runterzuschleifen / feilen, so dass es keinen Höhenunterschied mehr gibt.


    Gibt es ansonsten noch sachdienliche Hinweise, was zum Teststart des Motor zu berücksichtigen ist, bzw. gibt es da ein paar Dinge - die man wissen sollte?

    Ich hatte mir das so vorgestellt, dass ich den Motor erstmal ohne Aggerate und Wasser laufen lasse (entsprechend muss ich die Aggregateölleitung zu machen). Dann halt mit der Handpumpe Diesel auffüllen und dann den Anlasser betätigen und hoffen das alles passt :) - oder stelle ich mir das zu einfach vor?


    Liebe Grüße,

    Anton

  • Hallo Anton , zu deinem Problem mit dem Gehäusedeckel kann ich leider nicht viel sagen . Komisch ist doch, es hat vorher gepasst , warum jetzt nicht mehr ? Runterschleifen würde ich da nichts , und ne Dichtung brauchst du , die Ölwannendichtung geht doch rundrum . Zum Probelauf , ich hab das ja mit meinem Ersatzmotor durch vor kurzem. Ich hab Wasser drauf gemacht , schon um zu sehen , ob alles dicht ist . Wegen der Ölleitung. Die Einspritzpumpe hängt ja dran , es geht ja nur um den fehlenden Kompressor . Den Anschluss für den Kompressor in der Ölleitung machst du einfach mit ner passenden Schraube und Kupferringen dicht , Öl kommt trotzdem zur ESP. Dann würde ich dir raten an der Ölfilterkombination ein Öldruckmanometer anzuschließen, um zu sehen ob das mit dem Öldruck passt . War die Einspritzpumpe ab ? Dann aufpassen beim Anbauen , ist schnell mal um 180 Grad verdreht angebaut , merkst du beim Förderbeginn einstellen , weil nichts fördert. Unbedingt prüfen ob die Reglerstange leichtgängig ist, dazu am besten Deckel hinter der Förderpumpe abbauen . Ich hab dann auch probiert, ob die bei Nullförderung auch wirklich null fördert, dazu am besten Einspritzleitungen ab. Nur so kannste sicher sein , das der dir beim ersten Startversuch nicht durchgeht. Ich hab Diesel aus'm Kanister gezogen , entlüften und Förderbeginn einstellen. Düsen hast du neue oder abgedrückt? Dann kann's losgehen. Du brauchst für den Anlasser ordentliche Kabel , sonst dreht der zuwenig und der Motor kommt nicht. Und dann war ich auch zu zimperlich, beim Aufregeln der Einspritzpumpe beim Start , der braucht schon bisschen Gas. Und dann Feuer frei und das geile Gefühl genießen , wenn er läuft . Unbezahlbar :P Ansonsten viel Erfolg , Grüße Thomas

  • Moin,


    so wie Thomas das beschrieben hat.

    Ausserdem ist es eine gute Idee, wenn der Motor durchgeht nicht stiften zu gehen!!


    Sondern den Bereitgehaltenen Putzlappen in den Ansaugstutzen zu drücken!!!!


    Der Motor steht dann zuverlässig.


    Gruß Reinhard

Mechanik

Mechanik der IFA Nutzfahrzeuge.