Ein kompletter Umbau des bekannten DDR-Dieselmotors IFA 4 VD 14,5/12-1 SRW (unter anderem verbaut im IFA W50) vom bewährten MAN-M-Verfahren (Wandverteilung mit Kugelbrennraum und Zapfendüse) auf eine zentrale Einspritzung mit Mehrlochdüsen ist technisch und wirtschaftlich nicht machbar.
Die Konstruktion des Motors beruht von Grund auf auf den spezifischen Eigenschaften des M-Verfahrens. Hauptverantwortlich für die Unmöglichkeit eines solchen Umbaus sind im Wesentlichen drei konstruktive Hürden:
1. Zylinderkopf und Ventilanordnung
Der Zylinderkopf des 4 VD verfügt über eine Vierventiltechnik (zwei Einlass- und zwei Auslassventile pro Zylinder). Die Düsenhalterung ist bauartbedingt schräg angeordnet, um den Kraftstoff gezielt seitlich an die Kolbenwand der exzentrischen Kugelmulde zu spritzen.
- Für eine echte zentrale Einspritzung müsste die Düse senkrecht mittig im Zylinder sitzen. Dieser Platz ist im Zylinderkopf jedoch vollständig durch die Anordnung der vier Ventile und der integrierten Drallkanäle belegt. Ein Umbau würde einen komplett neu gegossenen Zylinderkopf erfordern.
2. Brennraumgeometrie und Kolbenform
Das M-Verfahren nutzt eine tiefe, kugelförmige Mulde im Kolben, um einen hauchdünnen Kraftstofffilm auf die Wand aufzutragen, der erst durch den gezielten Luftwirbel verdampft.
- Eine zentrale Einspritzung mit Mehrlochdüsen setzt voraus, dass der Kraftstoff frei in die Verbrennungsluft zerstäubt wird. Hierfür werden flache \omega-Mulden (Omega-Brennräume) im Kolben benötigt. Passende Serienkolben mit solchen Abmessungen existieren für den 4 VD-Block nicht.
3. Strömungsdynamik und Einspritzsystem
- Die Einlasskanäle im Kopf sind als Drallkanäle ausgeführt, um die extrem hohe Luftrotation zu erzeugen, die das M-Verfahren zwingend verlangt. Für das Mehrloch-Verfahren wäre dieser Drall ungeeignet.
- Einspritzpumpe, Förderbeginn und Einspritzdrücke sind bezüglich Fördercharakteristik und Dynamik exakt auf die Zapfendüsen abgestimmt.
Fazit
Der IFA 4 VD ist in jedem Detail – von der Kanalgeometrie bis zur Kolbenform – konsequent auf das M-Verfahren hin konstruiert worden. Ein Umbau auf Mehrlochdüsen ließe sich nur durch die vollständige Neuentwicklung zentraler Bauteile (Kopf, Kolben, Einspritzsystem) realisieren.
Für den zuverlässigen Betrieb und einen sauberen Motorlauf bleibt die sorgfältige Einstellung des originalen M-Verfahrens (exakter Förderbeginn, funktionierende Düsenstöcke und korrekt eingestellter Öffnungsdruck) der einzig gangbare und technisch sinnvolle Weg.