Was hat ein IFA W50 oder L60 zu DDR-Zeiten eigentlich gekostet?

  • In der Planwirtschaft der DDR hatten Lastkraftwagen eine ganz andere wirtschaftliche Stellung als heute auf dem freien Markt. Sie wurden nicht einfach frei verkauft, sondern über zentrale Kontingente an Betriebe, LPGs und staatliche Organe vergeben. Dennoch gab es feste Kalkulationspreise in Mark der DDR.

    Die Richtpreise im Überblick:

    • IFA W50: Ein Standardfahrzeug, wie beispielsweise der weit verbreitete W50 als Allradkipper, lag je nach Ausführung meist zwischen 50.000 und 60.000 Mark der DDR. Einfachere Pritschenvarianten waren günstiger, während Spezialaufbauten oder Feuerwehrfahrzeuge teurer gehandelt wurden.
    • IFA L60: Der technisch weiterentwickelte Nachfolger war in der Herstellung deutlich teurer und fiel in den 1980er-Jahren in eine höhere Preisklasse. Ein L60 als Dreiseitenkipper schlug mit rund 120.000 Mark der DDR zu Buche.
    • Spezialfahrzeuge: Komplexe Aufbauten wie Autodrehkrane (z. B. der ADK 125/3) kosteten mit etwa 250.000 Mark noch ein Vielfaches.

    Einordnung in das damalige System

    Für den Normalbürger waren diese Summen reines "Papiergeld" – bei einem durchschnittlichen Bruttojahreslohn von rund 12.000 Mark war an den Kauf eines fabrikneuen schweren Lkw privat ohnehin nicht zu denken. Die Fahrzeuge liefen über die Bilanzen der volkseigenen Wirtschaft, wurden über Jahre abgeschrieben und bildeten das infrastrukturelle Rückgrat von Industrie, Landwirtschaft und Bauwesen in der DDR.