Der IFA L60 wurde als moderner Nachfolger des W50 konzipiert und bietet mehr Leistung sowie verbesserten Fahrkomfort. Aufgrund der komplexeren Technik und spezifischer Konstruktionsmerkmale unterscheidet sich die Kaufberatung jedoch grundlegend vom W50.
Motor und Antriebsstrang
- 6-Zylinder-Motor (6 VD 13,5/12 SRF): Der Motor bietet mit 180 PS deutlich mehr Kraft, gilt jedoch in Fachkreisen als empfindlicher im Vergleich zum W50. Besonderes Augenmerk liegt auf der Dichtigkeit des Kurbelgehäuses und den Laufbuchsen. Schlechtes Startverhalten oder blauer/weißer Rauch im warmen Zustand deuten auf Reparaturbedarf hin.
- Kühlsystem: Auch beim L60 ist ein perfekt funktionierendes Kühlsystem essenziell, da der Sechszylinder thermisch sensibel reagiert. Verschlammte Kühler oder defekte Wasserpumpen führen schnell zu kapitalen Motorschäden.
- Getriebe und Schaltung: Das 8-Gang-Getriebe (bzw. 8+1) muss sich sauber und ohne Kratzgeräusche schalten lassen. Probleme mit der pneumatischen Schaltung oder den Synchronringen sind kostspielig und erfordern Spezialwissen bei der Instandsetzung.
Elektrik und Luftanlage
- 24-Volt-Bordanlage: Die Elektrik des L60 ist im Vergleich zum Vorgänger umfangreicher. Korrosion an Steckverbindungen, Massefehler oder verbastelte Kabelbäume sorgen häufig für Elektrikprobleme. Ein Blick in den Sicherungskasten und die Prüfung aller Verbraucher ist Pflicht.
- Druckluftanlage: Der L60 verlässt sich in vielen Bereichen auf Druckluft (Bremse, Schaltung, Sperren). Ein hoher Druckverlust nach dem Abstellen des Motors deutet auf Undichtigkeiten im System hin, deren Lokalisierung zeitaufwändig sein kann.
Fahrwerk, Achsen und Ersatzteile
- Permanenter Allradantrieb: Im Gegensatz zum zuschaltbaren Allrad des W50 verfügt der L60 (in den Allradversionen) über einen permanenten Allradantrieb mit einem Längsdifferenzial. Das Zusammenspiel der Sperren muss einwandfrei funktionieren. Knackgeräusche bei Kurvenfahrt deuten auf Verschleiß im Antriebsstrang hin.
- Ersatzteilverfügbarkeit: Die Ersatzteillage beim L60 ist in einigen Bereichen (insbesondere bei spezifischen Motorteilen, Getriebekomponenten und Blechteilen für das Fahrerhaus) deutlich angespannter als beim W50. Dies sollte bei der Budgetplanung und Kaufentscheidung unbedingt berücksichtigt werden.