Leitfaden zur Rückrüstung der Feuerwehr Pumpentechnik im IFA W50

  • 1. Vorbereitung und Sicherheit

    Bevor mit der mechanischen Demontage begonnen wird, sind folgende Punkte zwingend zu beachten:

    • Batterietrennung: Fahrzeug vollständig stromlos schalten, um Kurzschlüsse bei der Demontage der Pumpensteuerung oder Beleuchtung zu vermeiden.
    • Flüssigkeitsmanagement: Die Feuerwehrpumpe (meist FP 16/8) und die dazugehörige Rohrleitungsanlage sind restlos zu entleeren. Achten Sie auf umweltgerechte Entsorgung von Löschwasserresten, die mit Schmierstoffen kontaminiert sein könnten.
    • Arbeitssicherheit: Tragen Sie geeignete Schutzausrüstung (Handschuhe, Sicherheitsschuhe, Augenschutz). Da viele Bauteile aufgrund des Alters korrodiert sind, ist die Verwendung von Rostlöser ratsam.

    2. Demontage der Pumpenanlage

    Die Pumpe befindet sich in der Regel im Heck des Aufbaus.

    • Leitungsanschluss: Lösen Sie zunächst alle Saug- und Druckabgänge. Verschließen Sie offene Rohrleitungen mit geeigneten Stopfen oder Platten, falls diese als Rahmendurchbrüche oder Belüftungen im Fahrzeug verbleiben.
    • Fixierung: Die Pumpe ist meist über ein Grundgestell mit dem Fahrzeugrahmen verschraubt. Lösen Sie die Bolzenverbindungen. Aufgrund des hohen Gewichts der Pumpe ist hier ein Flaschenzug oder ein Stapler zur Entnahme zwingend erforderlich.
    • Nebenantrieb: Der Antrieb der Pumpe erfolgt über ein Kardanwellensystem am Nebenantrieb des Getriebes. Die Kardanwelle muss am Pumpeneingang und am Nebenantriebsflansch gelöst werden. Verschließen Sie den Ausgang am Nebenantrieb mit einem passenden Deckel, um den Ölverlust am Getriebe zu verhindern.

    3. Rückbau der Tankeinheit

    Der Löschwassertank nimmt den Großteil des Innenraums ein.

    • Entlüftung und Leitungen: Trennen Sie sämtliche Zu- und Ablaufleitungen zwischen Pumpe und Tank.
    • Tankentnahme: Die Tanks im W50 sind oft passgenau in die Kastenstruktur eingepasst. Prüfen Sie, ob der Tank durch die Hecköffnung entnommen werden kann oder ob eine Öffnung des Daches bzw. der Seitenwand erforderlich ist. Achten Sie auf die Schwerpunktverlagerung des Fahrzeugs während der Demontage.

    4. Demontage der feuerwehrspezifischen Aufbauten

    • Steuerung und Armaturen: Entfernen Sie das Bedienpanel der Pumpe. Die entsprechenden Kabelbäume sollten am zentralen Sicherungskasten abgeklemmt und fachgerecht isoliert oder entfernt werden, um Fehlfunktionen im Bordnetz zu vermeiden.
    • Halterungen: Entfernen Sie alle Aufnahmen für feuerwehrtechnische Beladung (Leitern, Schläuche, Strahlrohre). Achten Sie darauf, die verbleibende Struktur nicht zu schwächen.
    • Karosseriearbeiten: Verschließen Sie alle verbleibenden Öffnungen (Löcher der Rohrleitungen, Halterungspunkte) durch Einschweißen von Blechen oder fachgerechtes Abdichten mit Karosseriedichtmasse, um die Karosserie gegen Feuchtigkeitseintritt zu versiegeln.

    5. Dokumentation und Zulassung

    Nach dem Umbau zum Kastenwagen verändert sich die Fahrzeugart.

    • Gewichtsprüfung: Durch die Entfernung von Pumpe, Tank und Beladung sinkt das Leergewicht des Fahrzeugs massiv. Ein Besuch bei einer Prüforganisation (TÜV/DEKRA) ist notwendig, um die Änderung der Fahrzeugpapiere (z.B. von "So.KFZ Feuerwehr" zu "LKW geschlossener Kasten") sowie die Anpassung der Gewichtsdaten durchzuführen.

    Hinweis: Dieser Leitfaden dient der technischen Orientierung. Arbeiten an sicherheitsrelevanten Bauteilen wie dem Fahrgestell oder dem Antriebsstrang sollten durch fachkundiges Personal durchgeführt und durch eine anerkannte Prüfstelle abgenommen werden.