Beiträge von Renato

    Produktionszahlen

    Insgesamt wurden in den Automobilwerken Ludwigsfelde bis zur Einstellung der Produktion im Dezember 1990 genau 592.124 Lastkraftwagen gefertigt:

    • IFA W50: 571.331 – 571.789 Einheiten (je nach Quelle geringfügige Abweichungen)
    • IFA L60: 20.289 – 20.293 Einheiten

    Exportstatistik

    Etwa 71,6 % der Gesamtproduktion (rund 417.362 Fahrzeuge) gingen in den Export in über 50 Länder weltweit. Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht der wichtigsten Zielregionen und Länder, basierend auf historischen Aufzeichnungen (beispielsweise aus der IFA-Tours-Datenbank):

    AsienGesamt222.531
    Irak72.209
    China69.337
    Sowjetunion49.311
    Vietnam19.202
    Iran11.057
    Jemen1.099
    Nordkorea898
    Kambodscha517
    EuropaGesamt154.564
    Ungarn98.000
    CSSR27.501
    Bulgarien16.660
    Polen9.741
    Albanien1.392
    Jugoslawien1.270
    AfrikaGesamt26.522
    Mosambik2.960
    Äthiopien2.500
    Sambia2.434
    Madagaskar706
    Uganda406
    AmerikaGesamt8.950
    Nicaragua4.233
    Kuba3.364
    Kolumbien709
    Guayana644

    Hinweis: Die Zahlen basieren auf historischen Exportdaten und können in der Gesamtsumme aufgrund unterschiedlicher Erfassungszeiträume oder statistischer Rundungen leicht variieren.

    Ausbau, Zerlegung, Montage und Einbau von Geber- und Nehmerzylinder

    Beim Nutzkraftwagen IFA L60 wird die Kupplung hydraulisch mit pneumatischer Unterstützung (Kupplungsverstärker) betätigt. Das System besteht im Kern aus dem Kupplungsgeberzylinder (am Pedalwerk) und dem Kupplungsnehmerzylinder (am Getriebe, kombiniert mit dem pneumatischen Servoteil). Ein Ausfall oder Druckverlust in diesem System führt zu unvollständigem Trennen der Kupplung oder zum Totalausfall der Betätigung.

    1. Systemübersicht und wichtige Sicherheitsvorkehrungen

    • Bremsflüssigkeit: Das hydraulische System arbeitet mit klassischer Bremsflüssigkeit (vorgeschrieben nach DDR-Standard: Globoost, heute üblicherweise DOT 3 oder DOT 4). Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, greift Lacke an und ist gesundheitsschädlich.
    • Druckluftanlage: Da der Nehmerzylinder direkt mit dem pneumatischen Kupplungsverstärker gekoppelt ist, muss das Fahrzeug vor Arbeiten am Nehmerzylinder komplett drucklos gemacht werden (Vorratsbehälter über Entwässerungsventile entleeren).

    2. Kupplungsgeberzylinder (Oben)

    Ausbau

    1. Flüssigkeit absaugen: Die Bremsflüssigkeit aus dem Ausgleichsbehälter im Fahrerhaus vollständig absaugen oder über die Leitung kontrolliert ableiten.
    2. Leitungen trennen: Die Zulaufleitung vom Behälter sowie die Druckleitung zum Nehmerzylinder am Geberzylinder abschrauben. Offene Anschlüsse sofort mit Stopfen verschließen, um Schmutzeintrag zu verhindern.
    3. Mechanische Trennung: Den Bolzen am Gabelkopf trennen, der den Kolben des Geberzylinders mit dem Kupplungspedal verbindet.
    4. Demontage: Die Befestigungsschrauben des Geberzylindergehäuses an der Stirnwand/Pedalbock lösen und den Zylinder entnehmen.

    Zerlegung und Prüfung

    1. Die Staubschutzkappe (Manschette) an der Druckstange abziehen.
    2. Den inneren Sicherungsring (Seegering) mit einer passenden Zange aus der Zylinderbohrung entfernen.
    3. Druckstange, Anschlagscheibe, Kolben, Primärmanschette, Füllscheibe und die Rückholfeder vorsichtig nach hinten aus dem Zylindergehäuse herausziehen.
    4. Prüfung: Das Gehäuse intensiv reinigen (ausschließlich mit Spiritus oder frischer Bremsflüssigkeit, niemals mit mineralölbasierten Reinigern wie Benzin oder Diesel). Die Zylinderlaufbahn auf Riffeln, Lochfraß (Korrosion) oder spürbare Absätze untersuchen. Bei tiefen Spuren ist das Gehäuse zu ersetzen.

    Montage und Einbau

    1. Alle beweglichen Innenteile sowie die neuen Gummi-Manschetten vor dem Einbau großzügig mit spezieller Bremszylinder-Paste (z. B. ATE) oder sauberer Bremsflüssigkeit benetzen.
    2. Die Bauteile in umgekehrter Reihenfolge (Feder zuerst, gefolgt von Manschetten und Kolben) knickfrei einschieben. Auf korrekte Orientierung der Dichtlippen (zeigen in Druckrichtung nach innen) achten.
    3. Mit dem Sicherungsring axial fixieren und die Staubschutzkappe montieren.
    4. Der Einbau in das Fahrzeug erfolgt in umgekehrter Reihenfolge des Ausbaus.

    3. Kupplungsnehmerzylinder / Kupplungsverstärker (Unten)

    Der Nehmerzylinder bildet beim L60 eine bauliche Einheit mit dem pneumatischen Verstärkerteil, welcher am Getriebegehäuse angeflanscht ist und auf die Ausrückwelle wirkt.

    Ausbau

    1. Druckluft absperren: Sicherstellen, dass die Luftanlage drucklos ist. Die pneumatische Steuerleitung und die Hauptluftleitung am Verstärkergehäuse demontieren.
    2. Hydraulikleitung lösen: Die hydraulische Druckleitung (vom Geberzylinder kommend) abschrauben und Flüssigkeit auffangen.
    3. Mechanische Verbindung: Den Schutzbalg zurückschieben und den Verbindungsbolzen zur Ausrückgabel (Kupplungshebel) am Getriebe demontieren.
    4. Flanschverbindung lösen: Die Befestigungsschrauben am Getriebegehäuse lösen und die gesamte Baugruppe linear nach hinten abziehen.

    Zerlegung und Besonderheiten

    Die Zerlegung des kombinierten Nehmerzylinders erfordert aufgrund der internen, starken Druckfedern erhöhte Vorsicht.

    1. Das Gehäuse im Schraubstock fixieren (Schonbacken verwenden).
    2. Das Gehäuse vorsichtig trennen (Steuergehäuse und Arbeitszylinder).
    3. Den hydraulischen Kolben sowie den pneumatischen Kolben aus den jeweiligen Bohrungen entnehmen.
    4. Sämtliche O-Ringe, Topfmanschetten und die Nutringe des pneumatischen Teils entfernen.
    5. Wichtig: Während der hydraulische Teil absolut fettfrei (nur mit Bremsflüssigkeit/Bremszylinderpaste) behandelt werden muss, benötigt der pneumatische Teil ein spezielles, säurefreies und harzfreies Luftdruck-Fett, das die Gummiringe nicht aufquellen lässt.

    Montage und Einbau

    1. Nach Reinigung und Prüfung der Laufflächen alle Dichtungen mittels Reparatur-Satz erneuern.
    2. Beim Zusammenbau darauf achten, dass keine Lippen der Manschetten an den Kanten oder Bohrungen des Zylinders abscheren.
    3. Die Gehäuseschrauben über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen.
    4. Die Baugruppe an das Getriebe ansetzen, Bolzen zur Ausrückgabel montieren und splinten. Hydraulik- und Pneumatikleitungen fachgerecht montieren.

    4. Befüllung, Entlüftung und Einstellung

    Das System kann aufgrund der Leitungsführung und des kombinierten Verstärkers nur schwer durch reines "Pumpen" am Pedal entlüftet werden.

    Das Entlüftungsverfahren

    • Empfohlene Methode: Das System wird von unten nach oben befüllt.
    • Hierzu wird eine saubere Ölspritze oder ein Entlüftungsgerät mit Bremsflüssigkeit befüllt und an den Entlüfternippel des Nehmerzylinders angeschlossen.
    • Der Nippel wird geöffnet und die Flüssigkeit so lange rückwärts durch das System gepresst, bis sie im Ausgleichsbehälter im Fahrerhaus blasenfrei aufsteigt.
    • Während dieses Vorgangs muss der Flüssigkeitsstand im Behälter permanent beobachtet werden, um ein Überlaufen in den Innenraum zu verhindern.

    Wichtige Einstellwerte und Kontrollen

    Nach der Montage ist das Spiel am Geberzylinder (Druckstange zum Kolben) sowie das mechanische Spiel an der Ausrückgabel zu prüfen.

    Achtung beim L60: Das Kupplungsspiel (Ausrücklager zu den Anlaufring-Kupplungshebeln) muss exakt nach Werkstatthandbuch eingestellt werden. Ein zu geringes Spiel führt zum Mitlaufen des Lagers und vorzeitigem Verschleiß; ein zu großes Spiel verhindert das saubere Trennen der Kupplung, wodurch das Getriebe beim Schalten Schaden nimmt.

    beim IFA S4000 ist das Aufbocken der Hinterachse in der Tat etwas kniffliger als vorne, da das typische Bananengehäuse (Achskörper) durch seine Form und den Anstellwinkel kaum gerade Auflageflächen bietet.

    Direkt unter dem Differenzialgehäuse anzusetzen ist absolut richtig von dir abgewehrt – das Risiko, das Gehäuse zu beschädigen oder dass der Heber abrutscht, ist viel zu groß.

    Hier sind die zwei gängigsten und sichersten Methoden, wie das in der Praxis beim S4000 gelöst wird:

    Methode 1: Über die Federn / Federbrüche (Präferierte Methode für Achsarbeiten)

    Anstatt direkt an den runden Achskörper zu gehen, nutzt man die flachen und stabilen Punkte der Federung.

    • Wagenheber ansetzen: Setze den hydraulischen Wagenheber direkt unter die Federbride (U-Bolzen) bzw. die Herzbolzenplatte an der Unterseite der Achse an. Dort hast du eine relativ gerade, stabile Fläche.
    • Unterbocken: Die Unterstellböcke werden anschließend direkt unter die hinteren Federaugen bzw. den Rahmen (nahe der Federböcke) platziert, wenn die Achse frei hängen soll.
    • Tipp für die Schräge: Wenn du doch näher an die Achse musst, helfen Hartholzklötze mit einer eingefrästen oder eingesägten Keilnut (ca. 30 Grad). Dieser Holzkeil gleicht den Winkel des Achskörpers aus, sodass der Unterstellbock wieder eine absolut waagerechte und rutschfeste Auflagefläche bekommt.

    Methode 2: Am Rahmen / Längsträger (Mit Panzerwinde / Zahnstangenwinde)

    Deine Idee mit der Panzerwinde (Zahnstangenwinde) am Längsträger ist ebenfalls hervorragend und wird beim S4000 sehr oft angewendet – besonders wenn die Achse für Reparaturen (z.B. Federwechsel, Bremsen) komplett entlastet werden muss.

    • Wo ansetzen? Setze die Winde am hinteren Längsträger an, am besten so nah wie möglich an den hinteren Federböcken, da der Rahmen dort extrem steif ist.
    • Sicherung: Da der S4000 hinten sehr hochohrig werden kann, bevor die Räder abheben, musst du den Wagenheber/die Winde absolut gerade und auf festem Untergrund positionieren.
    • Unterbocken: Wenn der Rahmen oben ist, bockst du den Längsträger mit stabilen, hohen Unterstellböcken (oder massiven Holzstapeln aus Kreuzholz) ab.

    Wichtige Sicherheits-Tipps für den S4000:

    • Wegrollschutz: Da die Feststellbremse beim S4000 auf die Hinterachse (bzw. das Getriebe/Kardanwelle je nach Ausführung) wirkt, verlierst du beim Anheben der Hinterbeine jegliche Bremswirkung! Sichere die Vorderachse zwingend nach vorne und hinten mit massiven Unterlegkeilen.
    • Formschluss: Verwende beim Ansetzen von Stahl auf Stahl (Wagenheber an Achse) immer eine dicke Gummiauflage oder ein Stück Hartholz, um ein seitliches Wegrutschen zu verhindern.

    Fazit: Für einen schnellen Radwechsel ist der Weg über die Federbride/Achsplatte mit einem guten Keilholz am einfachsten. Musst du tiefer an die Bremse oder die Achse selbst heran, ist die Variante über den Längsträger mit der Panzerwinde die sicherere Wahl.

    Ja, da gibt es einen wichtigen Unterschied! Wenn du Ersatz besorgst, musst du unbedingt darauf achten, für welche Antriebsart der Dämpfer ausgelegt ist.

    Der Unterschied liegt in den Maßen (Länge) der Stoßdämpfer, da die Allrad-Vorderachse (LA) konstruktionsbedingt anders baut und meist höher liegt als die antriebslose Faustachse (L):

    • Nicht-Allrad (4x2 / Typ L): Die Stoßdämpfer sind im zusammengeschobenen Zustand kürzer – sie messen eingeschoben meist 420 mm (ausgezogen ca. 650 mm).
    • Allrad (4x4 / Typ LA): Die Stoßdämpfer für die Allrad-Varianten sind länger und messen im eingeschobenen Zustand von Lochmitte zu Lochmitte ca. 460 mm.

    Die Aufnahme selbst ist bei beiden Varianten identisch als "Auge-Auge"-Befestigung mit einem Innendurchmesser von 16 mm ausgeführt. Auch kann man beim W50 die Dämpfer jeweils für links/rechts sowie für vorne/hinten nutzen – solange man eben strikt in der jeweiligen Kategorie (4x2 oder 4x4) bleibt.

    Ein kleiner Tipp für den Wechsel:

    Da der TÜV den ölfeuchten Dämpfer bemängelt hat, empfiehlt es sich bei den schweren Achsen des W50 ohnehin, die Stoßdämpfer paarweise pro Achse zu tauschen. Wenn einer das Zeitliche segnet, hat der andere meist ein ähnliches Alter und Verschleißniveau, und das Fahrverhalten bleibt so auf beiden Seiten symmetrisch.

    Dieses Dokument beschreibt die technische Funktionsweise, den Austausch sowie die präzise Einstellung der Motorbremse (Auspuffbremse) des DDR-Nutzfahrzeugs IFA W50. Eine korrekt funktionierende Motorbremse ist essenziell für die Entlastung der Betriebsbremsanlage, insbesondere bei langanhaltenden Gefällestrecken im schweren Lkw- oder Expeditionsbetrieb.

    1. Funktionsprinzip der IFA W50 Motorbremse

    Die Motorbremse des IFA W50 arbeitet nach dem Prinzip der Auspuffklappenbremse. Durch das Schließen einer im Abgasstrang integrierten Klappe wird ein kontrollierter Abgasgegendruck erzeugt. Dieser Gegendruck wirkt den Kolben im Ausstoßtakt entgegen, wodurch die Bremsleistung des Motors (Schleppleistung) erheblich gesteigert wird.

    • Betätigung: Die Aktivierung erfolgt mechanisch-pneumatisch über das Fußventil (Bremspedal) oder einen separaten Fußschalter (je nach Modellvariante und Baujahr).
    • Kopplung: Gleichzeitig mit dem Schließen der Abgasklappe muss die Einspritzpumpe (EP) über das Gestänge auf Nullförderung (Abstellen) gezogen werden, damit kein Kraftstoff eingespritzt wird und der Motor effektiv bremst, ohne zu überhitzen oder unverbrannten Kraftstoff in den Auspuff zu fördern.

    2. Benötigtes Werkzeug und Material

    Für den Wechsel und die Einstellung werden folgende Utensilien benötigt:

    • Standard-Ring- und Maulschlüsselsatz (insb. SW 13, SW 17, SW 19)
    • Drahtbürste und Rostlöser (z. B. WD-40 oder Kriechöl)
    • Neue Graphit-Dichtringe bzw. Flanschdichtungen für den Abgasstrang
    • Hochtemperatur-Montagepaste (z. B. Kupferpaste oder Keramikpaste)
    • Fühlerlehre / Messschieber
    • Ggf. neue Rückzugfedern und Druckluftschläuche

    3. Demontage und Wechsel der Motorbremsklappe

    Aufgrund der thermischen Belastung und Korrosion im Abgassystem ist bei der Demontage besondere Vorsicht geboten, um ein Abreißen der Stehbolzen zu verhindern.

    Schritt 1: Vorbereitung

    1. Das Fahrzeug gegen Wegrollen sichern und die Batterie trennen.
    2. Die Verschraubungen am Abgaskrümmer/Auspuffrohr großzügig mit Rostlöser einsprühen und einwirken lassen.

    Schritt 2: Ausbau der alten Einheit

    1. Die mechanischen Anlenkungen (Gestänge vom Druckluftzylinder bzw. Fußbetätigung) von der Welle der Bremsklappe trennen.
    2. Die Befestigungsschrauben/-muttern am Flansch des Gehäuses der Motorbremse lösen.
    3. Das Gehäuse vorsichtig aus dem Abgasstrang herausnehmen.
    4. Die alten Dichtungsreste von den Flanschflächen am Krümmer und am Auspuffrohr gründlich mit einer Drahtbürste oder einem Schaber entfernen.

    Schritt 3: Einbau der neuen/überholten Bremsklappe

    1. Vor dem Einbau die Leichtgängigkeit der Klappenwelle im Gehäuse prüfen. Die Welle darf weder klemmen noch zu großes radiales Spiel aufweisen (Gefahr von Abgasaustritt).
    2. Die neuen Dichtungen einsetzen. Flansche dünn mit Hochtemperatur-Montagepaste bestreichen.
    3. Das Gehäuse in korrekter Strömungsrichtung (Kennzeichnung auf dem Gehäuse beachten, falls vorhanden) einsetzen.
    4. Die Muttern über Kreuz gleichmäßig anziehen, um Verspannungen und spätere Undichtigkeiten zu vermeiden.

    4. Einstellung der Motorbremse und des Gestänges

    Die korrekte Abstimmung zwischen der mechanischen Klappenstellung und der Nullförderung der Einspritzpumpe ist kritisch.

    Schritt 4.1: Einstellung der Abgasklappe

    1. Offenstellung: Im Ruhezustand (Motorbremse nicht betätigt) muss die Klappe vollkommen parallel zum Abgasstrom stehen, um den Abgasgegendruck im Normalbetrieb nicht zu erhöhen (Leistungsverlust, thermische Belastung).
    2. Geschlossenstellung: Bei voller Betätigung des Zylinders/Pedals muss die Klappe den Querschnitt fast vollständig schließen.
      • Wichtig: Viele Ausführungen besitzen eine kleine Kerbe oder Bohrung in der Klappe oder schließen bewusst nicht zu 100 % hermetisch, um einen minimalen Restdurchsatz zu gewährleisten, damit der Motor nicht abstirbt oder Ventilschäden entstehen.
    3. Der Anschlagbolzen am Gehäuse ist so einzustellen, dass der Hebel bei voll ausgefahrenem Zylinder fest anliegt.

    Schritt 4.2: Synchronisation mit der Einspritzpumpe (Wichtigster Schritt)

    Das Gestänge zur Einspritzpumpe steuert den Regler auf Nullförderung, sobald die Motorbremse aktiv ist.

    1. Den Betätigungsmechanismus der Motorbremse in Vollstellung (gebremst) bringen.
    2. Prüfen, ob der Regelhebel an der Einspritzpumpe hierbei vollständig auf dem Nullanschlag (Stopp-Position) aufliegt.
    3. Ist dies nicht der Fall, muss die Länge des Verbindungsgestänges über die Gabelköpfe und Kontermuttern korrigiert werden.
    4. Gegenprüfung: Bei gelöster Motorbremse muss der Regelhebel der Einspritzpumpe wieder völlig frei in die Leerlauf- bzw. Volllaststellung zurückkehren können. Das Gestänge darf im Normalbetrieb kein Spiel des Gaspedals blockieren.

    5. Wichtige Hinweise und Problemquellen

    • Thermische Blockade: Die Welle der Motorbremsklappe neigt durch Ruß und extreme Hitze zum Festfressen. Bei Wartungsarbeiten sollte die Welle regelmäßig mit hitzebeständigem Festschmierstoff (z. B. Keramikspray) behandelt werden.
    • Undichtigkeiten: Pfeifende oder zischende Geräusche bei betätigter Motorbremse deuten auf defekte Flanschdichtungen oder eine ausgeschlagene Wellenführung hin. Dies mindert die Bremsleistung erheblich.
    • Gefahr von Motorschäden: Schließt das Gestänge die Einspritzpumpe bei aktiver Motorbremse nicht vollständig auf Nullförderung, verbrennt Kraftstoff gegen den hohen Gegendruck. Dies führt zu extremen Temperaturspitzen an den Auslassventilen und kann schwere Motorschäden (Ventilabrisse, Kolbenfresser) nach sich ziehen.
    • Prüfung im Stand: Die Funktion sollte grundsätzlich zuerst bei stehendem Motor visuell von einer zweiten Person überprüft werden (Sichtprüfung der Zylinderbewegung und Hebelwege).

    Der IFA W50 verfügt über eine hydraulisch-pneumatische Bremsanlage (allradgetriebene Modelle nutzen eine kombinierte Einkreis-Hydraulik mit Druckluftunterstützung, spätere bzw. spezifische Ausführungen auch Zweikreis-Systeme). Aufgrund der Mischtechnologie aus Druckluft und Hydraulik erfordert die Wartung der Bremsanlage präzise Fachkenntnisse, um die Betriebssicherheit des Fahrzeugs zu gewährleisten.

    Dieser Leitfaden beschreibt detailliert das systematische Vorgehen beim Wechsel der Bremsflüssigkeit sowie das korrekte Einstellen der Trommelbremsen.

    1. Wichtige Sicherheitshinweise und Vorbereitung

    • Sicherheitskleidung und Umweltschutz: Bremsflüssigkeit ist materialschädlich (Lacke, Kunststoffe) und gesundheitsschädlich. Hautkontakt ist zu vermeiden; austretende Flüssigkeit muss in geeigneten Behältern aufgefangen und fachgerecht entsorgt werden.
    • Fahrzeugsicherung: Das Fahrzeug ist gegen Wegrollen zu sichern (Unterlegkeile). Bei Arbeiten an den Radbremsen ist der W50 sicher aufzubocken und mit massiven Unterstellböcken abzustützen. Die Feststellbremse (Federspeicher oder mechanisch, je nach Baujahr/Variante) darf während der Einstellung der Betriebsbremse nicht blockieren.
    • Spezifikation der Bremsflüssigkeit: Es ist zwingend auf die Freigabe der Flüssigkeit zu achten. Historisch wurde oft zähflüssigere DDR-Bremsflüssigkeit (z. B. "Globo") verwendet. Heute wird DOT 3 verwendet. Bei der Verwendung von DOT 4, doder anderer Bremsflüssigkeiten wei DOT 5 usw. Besteht die Gefahr, das die Manschetten und anderen Gummiteile aufquellen. Einzig eine silikatfreie Bremsflüssigkeit kann verwendet werden, darf aber nicht mit anderen Bremsflüssigkeiten gemischt werden und das System muss absolut sauber gespült werden.

    2. Wechsel der Bremsflüssigkeit und Entlüftung

    Der Wechsel der Bremsflüssigkeit erfolgt idealerweise im Zuge einer kompletten Systementlüftung. Da Luft im hydraulischen Teil kompressibel ist, führt sie zum Totalausfall oder zur drastischen Minderung der Bremsleistung.

    Vorbereitung des Systems

    1. Den Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters (befindet sich im Fahrerhaus bzw. unter der Frontklappe, je nach Modifikation) sowie die Umgebung gründlich reinigen, damit kein Schmutz in das System gelangt.
    2. Die alte Bremsflüssigkeit weitgehend mit einer Spritze aus dem Vorratsbehälter absaugen.
    3. Den Behälter mit frischer, spezifikationsgerechter Bremsflüssigkeit bis zur Max-Markierung auffüllen.

    Reihenfolge der Entlüftung

    Es wird immer am am weitesten entfernten Punkt begonnen und sich zum Hauptbremszylinder vorgearbeitet. Beim W50 bedeutet dies in der Regel:

    1. Radbremszylinder hinten rechts
    2. Radbremszylinder hinten links
    3. Radbremszylinder vorne rechts
    4. Radbremszylinder vorne links
    5. Wichtig: Auch der hydraulische Teil des Vorspannzylinders (Druckluft-Unterstützer/Bremskraftverstärker) besitzt einen Entlüftungsnippel, der einbezogen werden muss.

    Durchführung (Manuelle Methode zu zweit)

    1. Staubschutzkappe am jeweiligen Entlüftungsventil abnehmen und den Nippel mit einem Ringschlüssel vorsichtig gängig machen (ggf. vorher mit Kriechöl behandeln, um ein Abreißen zu verhindern).
    2. Einen transparenten Schlauch auf den Nippel stecken und das andere Ende in ein mit Bremsflüssigkeit teilbefülltes Gefäß leiten.
    3. Person 1 (im Fahrerhaus): Baut durch mehrmaliges Betätigen des Bremspedals ("Pumpen") Druck auf und hält das Pedal am Endpunkt getreten.
    4. Person 2 (am Rad): Öffnet das Entlüftungsventil um ca. eine halbe Umdrehung. Flüssigkeit und Luftblasen entweichen in den Schlauch. Das Pedal im Fahrerhaus sinkt durch.
    5. Person 2: Schließt das Ventil, sobald der Flüssigkeitsstrom nachlässt, bevor Person 1 das Pedal wieder loslässt (Vermeidung von Rücksaugen der Luft).
    6. Dieser Vorgang wird an jedem Rad so oft wiederholt, bis die austretende Flüssigkeit völlig blasenfrei ist und die hellere, frische Farbe der neuen Bremsflüssigkeit aufweist.
    7. Kontrolle: Während des gesamten Vorgangs muss der Vorratsbehälter regelmäßig nachgefüllt werden. Läuft er leer, gelangt erneut Luft ins System, und der Prozess muss von vorn begonnen werden.

    3. Einstellen der Bremse (Trommelbremse)

    Der IFA W50 besitzt an allen Achsen Trommelbremsen. Durch den Verschleiß der Bremsbeläge vergrößert sich das Spiel (Lüftspiel) zwischen Belag und Trommel, wodurch sich der Pedalweg verlängert. Die Bremsen des W50 sind manuell nachzustellen.

    Prüfkriterien vor dem Einstellen

    • Das Rad muss frei hängen und sich leicht von Hand drehen lassen.
    • Die Radlager müssen korrekt eingestellt sein (übermäßiges Lagerspiel verfälscht das Tragbild und das Einstellschema der Bremse).

    Vorgehensweise zur Einstellung des Lüftspiels

    An den Ankerplatten der Räder befinden sich die außenliegenden Sechskant-Nachstellbolzen (jeweils zwei pro Rad für die auflaufende und ablaufende Bremsbacke). Die Bolzen sind über Schneckengetriebe oder Exzenter mit den Bremsbacken verbunden.

    1. Feststellen der Backen: Den Nachstellbolzen mit einem Schraubenschlüssel schrittweise in Drehrichtung (in der Regel in Richtung der Radrotation bei Vorwärtsfahrt, beachte Ausführung) drehen, bis die Bremsbacke fest an der Trommel anliegt und sich das Rad von Hand nicht mehr drehen lässt.
    2. Lösen des Spiels: Den Bolzen nun vorsichtig und schrittweise wieder in die Gegenrichtung zurückdrehen (ca. 1 bis 2 Rasten bzw. ein spürbares Stück), bis das Rad gerade wieder völlig frei läuft. Ein ganz leichtes, minimales Schleifgeräusch an rauen Stellen der Trommel ist tolerierbar, solange keine Hemmung oder Wärmeentwicklung im Stand stattfindet.
    3. Diesen Vorgang für alle Bremsbacken an allen vier Rädern wiederholen.

    Wichtiger Hinweis zum Tragbild

    Wurden neue Bremsbeläge montiert, müssen die Backen über die zentrischen oder exzentrischen Lagerungsbolzen im unteren Bereich der Ankerplatte grundauf auf die Trommelzentrierung ausgerichtet werden. Das reine Nachstellen des Lüftspiels reicht bei neuen Belägen nicht aus, da sonst nur ein Bruchteil der Belagfläche trägt.

    4. Funktionsprüfung und Nachbereitung

    1. Pedaldruck prüfen: Nach Abschluss aller Arbeiten muss das Bremspedal einen klaren, harten Druckpunkt aufweisen. Es darf sich nicht schwammig anfühlen oder sich unter konstantem Druck langsam bis zum Bodenblech durchtreten lassen (Anzeichen für Undichtigkeiten im Hauptbremszylinder oder verbleibende Luft).
    2. Flüssigkeitsstand: Den Bremsflüssigkeitsbehälter ein letztes Mal bis zur Soll-Markierung auffüllen und den Deckel inklusive Dichtung fest verschließen.
    3. Dichtigkeitsprüfung: Alle Entlüftungsventile auf absolute Dichtheit prüfen und die Staubschutzkappen wieder aufsetzen.
    4. Probefahrt und Erwärmungsprüfung: Eine vorsichtige Probefahrt bei niedriger Geschwindigkeit durchführen und das Bremsverhalten testen. Danach die Radnaben bzw. Bremstrommeln per Hand (Vorsicht, Verbrennungsgefahr bei Fehlfunktion) auf unzulässige Erwärmung prüfen. Wird eine Trommel heiß, ist das Lüftspiel der betroffenen Bremse zu gering eingestellt.

    Für die Planung von Fahrten mit IFA W50 oder L60 ist eine Differenzierung zwischen der inländischen Mautpflicht und den sehr heterogenen Regelungen im Ausland essenziell.

    1. Maut in Deutschland

    Die Mautpflicht in Deutschland richtet sich nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG).

    • Wohnmobile: Fahrzeuge, die als „So. Kfz Wohnmobil“ zugelassen sind, sind gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 1 BFStrMG von der Mautpflicht befreit, unabhängig von ihrem Gewicht (unter oder über 7,5 t).
    • LKW (Pritsche, Kipper, Werkstattwagen): Diese unterliegen der Mautpflicht ab einer zGM von 7,5 t (§ 1 Abs. 1 BFStrMG). Ein H-Kennzeichen bietet hierbei keine Befreiung.
    • Sanktionen: Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit (§ 10 BFStrMG). Bußgelder betragen bis zu 120 Euro für Fahrer und bis zu 240 Euro für Halter.

    2. Maut im Ausland

    Im Ausland existiert keine EU-einheitliche Regelung. Die Einstufung erfolgt primär nach nationalen Kriterien des jeweiligen Transit- oder Ziellandes, wobei IFA-Fahrzeuge aufgrund ihrer Bauform meist als „schwere Fahrzeuge“ oder LKW klassifiziert werden.

    • Systematik:
      • Vignetten-Länder (z. B. Schweiz, Österreich): Oft gewichts- oder achsabhängig. In der Schweiz wird für Fahrzeuge über 3,5 t zGM eine tagesbezogene Schwerverkehrsabgabe (PSVA) fällig; in Österreich gilt für Fahrzeuge über 3,5 t die streckenabhängige GO-Maut mittels OBU (GO-Box).
      • Streckenmaut (z. B. Frankreich, Italien, Spanien): Hier erfolgt die Einstufung häufig nach physischen Merkmalen (Höhe > 3 m, Zwillingsbereifung, Achszahl). IFA-Fahrzeuge landen hier in der Regel in den höchsten und somit teuersten Kategorien.
      • Free-Flow-Systeme: Erfordern eine Vorab-Registrierung oder installierte Mautbox, um bei kamerabasierter Erfassung Sanktionen zu vermeiden.
    • Kostenfaktoren: Entscheidend sind zGM, Achszahl und die Emissionsklasse. Aufgrund der älteren Motorentechnologie der IFA-Fahrzeuge sind die Tarife bei streckenabhängigen Systemen häufig höher als bei modernen Fahrzeugen.
    • Strafen: Ausländische Mautverstöße können durch EU-weit vollstreckbare Bußgeldbescheide (ab 70 Euro inklusive Verwaltungskosten) geahndet werden. Oftmals werden vor Ort zusätzlich sofort fällige „Ersatzmauten“ erhoben.

    Fazit & Empfehlung

    Eine Umschreibung zum „So. Kfz Wohnmobil“ ist in Deutschland das effektivste Mittel zur Mautbefreiung. Für das Ausland ist eine sorgfältige Vorbereitung zwingend: Eine länderübergreifende Mautbox für schwere Wohnmobile sowie die vorherige Prüfung der nationalen Portale (z. B. für Schweiz oder Polen) minimieren das Risiko von Nachforderungen und Bußgeldern.


    Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.

    Der IFA Motor 6VD 13,5/12-1 ist als sechszylindriger Reihen-Dieselmotor das Standardaggregat des Lastkraftwagens IFA L60. Für den zuverlässigen Betrieb und den Schutz des Motors vor abrasivem Verschleiß ist die ordnungsgemäße Wartung und Montage der Luftfilteranlage von zentraler Bedeutung. Nachfolgend werden die Schritte für den Ausbau, die Zerlegung, die Reinigung/Montage sowie den Wiedereinbau des Luftfiltereinsatzes detailliert und fachlich fundiert beschrieben.

    1. Vorbereitung und Sicherheitshinweise

    • Motor abstellen: Arbeiten an der Luftfilteranlage dürfen ausschließlich bei stillgelegtem Motor durchgeführt werden.
    • Sauberkeit des Arbeitsumfelds: Vor dem Öffnen des Filtergehäuses ist der umgebende Bereich gründlich von grobem Schmutz, Staub und Fett zu reinigen. Dadurch wird verhindert, dass Fremdkörper direkt in den Ansaugtrakt des Motors gelangen.
    • Werkzeuge bereitstellen: Erforderlich sind Standard-Handwerkzeuge (Schraubenschlüssel, ggf. Schraubendreher) sowie saubere, fusselfreie Reinigungstücher.

    2. Ausbau des Luftfiltereinsatzes

    1. Zugang herstellen: Je nach Fahrzeugaufbau und Ausführung des L60 ist der Zugang zum Luftfiltergehäuse (in der Regel hinter oder unter dem Fahrerhaus) freizumachen.
    2. Gehäuseöffnungen lösen: Die mechanischen Verschlussklammern oder Befestigungsschrauben des Filterdeckels sind gleichmäßig zu lösen.
    3. Filterdeckel abnehmen: Der Deckel des Luftfiltergehäuses wird vorsichtig abgenommen. Dabei ist darauf zu achten, dass anhaftender Schmutz auf der Außenseite des Deckels nicht in das Gehäuseinnere fällt.
    4. Einsatz entnehmen: Der Luftfiltereinsatz (Hauptpatrone) wird durch vorsichtiges Drehen und gleichmäßiges Ziehen aus der Zentrierung und axialen Dichtung des Gehäuses gelöst und herausgezogen.

    3. Zerlegung und Prüfung der Komponenten

    Der Luftfilter beim IFA L60 ist in der Regel als Trockenluftfilter mit einem Papier-Filterelement und optionalem Sicherheitsbehälter (Sicherheitspatrone) ausgeführt.

    • Sichtprüfung des Gehäuses: Das Innere des Filtergehäuses ist auf Risse, Korrosion und Fremdkörper zu untersuchen.
    • Prüfung des Filtermaterials: Der entnommene Einsatz wird auf mechanische Beschädigungen (Risse im Papier, Verformungen des Stützkörpers) überprüft. Beschädigte Filterelemente dürfen nicht wiederverwendet werden.
    • Dichtungen kontrollieren: Die Gummidichtungen am Filterelement und am Gehäusedeckel müssen elastisch, rissfrei und formstabil sein.

    4. Reinigung und Wartung

    • Gehäuse reinigen: Das leere Filtergehäuse wird mit einem feuchten, fusselfreien Tuch ausgewischt. Die Ansaugöffnung zum Motor hin ist dabei temporär zu verschließen (z. B. mit einem sauberen Lappen), um das Eindringen von Schmutz zu verhindern.
    • Reinigung des Filterelements (nur im Notfall / Wartungsintervall):
      • Trockener Staub: Das Element kann vorsichtig von innen nach außen mit trockener Druckluft (maximal 5 bar) ausgeblasen werden. Der Strahl darf nicht zu nah an das Papier geführt werden, um die Poren nicht zu zerstören.
      • Starke Verschmutzung/Verölung: Bei Ruß- oder Ölbenetzung ist das Filterelement zwingend gegen ein Neuteil auszutauschen, da eine Reinigung hier wirkungslos ist und den Strömungswiderstand drastisch erhöht.

    5. Montage und Einbau des Luftfiltereinsatzes

    Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zum Ausbau. Hierbei ist höchste Präzision erforderlich, da Undichtigkeiten auf der Reinluftseite zu kapitalen Motorschäden (Kolbenfresser durch Staubeintrag) führen können.

    1. Schutzverschluss entfernen: Falls die Ansaugöffnung während der Reinigung verschlossen wurde, ist dieser Schutz nun restlos zu entfernen.
    2. Sitz der Dichtungen prüfen: Die Dichtfläche am Boden des Filtergehäuses muss absolut sauber sein. Die Dichtung des Filterelements wird leicht auf korrekten Sitz kontrolliert.
    3. Einsatz einschieben: Der Filtereinsatz wird gerade und ohne Verkanten in das Gehäuse eingeführt. Er muss spürbar auf den Zentriersitz gleiten und axial abdichten.
    4. Deckel montieren: Der Gehäusedeckel wird aufgesetzt. Es ist darauf zu achten, dass die integrierte Dichtung des Deckels korrekt in der Nut liegt.
    5. Verschlüsse fixieren: Die Verschlussklammern oder Schrauben sind über Kreuz gleichmäßig festzuziehen, um einen homogenen Anpressdruck auf die Dichtungen zu gewährleisten. Eine einseitige Verspannung führt zu Falschluftansaugung.

    6. Wichtige Beachtungspunkte (Zusammenfassung)

    • Dichtheit ist oberstes Gebot: Jede Undichtigkeit nach dem Filterelement führt dazu, dass ungefilterte Luft angesaugt wird. Dies führt zu extrem beschleunigtem Verschleiß an den Zylinderlaufbahnen und Kolbenringen des 6VD 13,5/12-1.
    • Keine Feuchtigkeit: Papier-Filterelemente dürfen niemals mit Wasser oder Lösungsmitteln gewaschen werden, da das Material aufquillt und der Luftdurchsatz blockiert wird.
    • Wartungsanzeige beachten: Falls vorhanden, ist der mechanische Wartungsanzeiger (Unterdruckschalter) nach dem Filterwechsel zurückzusetzen.