Beiträge von Renato

    Technische Aspekte beim Umbau auf Fremdmotoren im IFA W50

    Der Umbau von IFA-LKW des Typs W50 auf Motoren anderer Hersteller wird regelmäßig als Option zur Leistungssteigerung oder zur Optimierung der Ersatzteilverfügbarkeit diskutiert. Ein solcher Umbau erfordert eine fundierte technische Planung und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

    1. Gängige Motor-Optionen

    In der Praxis haben sich Motoren bewährt, deren Baugröße und Drehmomentcharakteristik mit der Fahrwerkskonzeption des W50 harmonieren:

    • Deutz (z. B. BF4L 913 / BF6L 913): Diese Motoren werden aufgrund ihrer Luftkühlung häufig verbaut, da hierdurch der Entfall wasserseitiger Komponenten (Kühler, Schläuche) möglich ist.
    • Mercedes-Benz (z. B. OM 366 / OM 366 A/LA): Diese Triebwerke zeichnen sich durch eine hohe Verfügbarkeit von Ersatzteilen aus, erfordern jedoch Anpassungen bei der Motoraufhängung und der Integration in das vorhandene Kühlsystem.

    2. Zentrale technische Anforderungen

    Die Integration eines fremden Antriebsstrangs in das W50-Chassis umfasst folgende Kernpunkte:

    • Adaptertechnik: Da das W50-Getriebe beibehalten wird, ist eine passgenaue Adapterplatte zwischen Motor und Getriebeglocke erforderlich. Dies schließt die Anpassung der Kupplungsbetätigung ein.
    • Motoraufhängung: Die neue Motorlagerung muss für die spezifischen Vibrationen und das Drehmoment des Fremdmotors ausgelegt und statisch belastbar am Rahmen fixiert werden.
    • Kühlsystem: Bei wassergekühlten Motoren ist die Dimensionierung des Kühlers an die neue Motorleistung anzupassen. Die Anordnung von Lüfter, Pumpe und Leitungen erfordert im W50-Motorraum eine präzise Anpassung.
    • Peripherie: Die Anbindung von Nebenaggregaten wie Lichtmaschine, Kompressor und Servolenkungspumpe erfordert individuelle Lösungen für den begrenzten Einbauraum.

    3. Regulatorische Rahmenbedingungen (Deutschland)

    Umbauten dieser Art sind in Deutschland abnahmepflichtig.

    • Prüfstelle: Vor Beginn des Umbaus ist die Abstimmung mit einem amtlich anerkannten Sachverständigen (TÜV/DEKRA) zwingend, um die Umsetzbarkeit und die Anforderungen an die Abnahme zu klären.
    • Nachweispflicht: Für die Eintragung sind in der Regel technische Nachweise (z. B. Festigkeitsgutachten für Adapter) erforderlich. Sofern das Fahrzeug ein H-Kennzeichen führt, ist zudem die Einhaltung zeitgenössischer Kriterien für die historische Einstufung zu prüfen.
    • Dokumentation: Eine vollständige Dokumentation aller technischen Änderungen sowie der verwendeten Komponenten ist für eine erfolgreiche Begutachtung erforderlich.

    4. Hinweise zur Umsetzung

    Da keine einheitlichen Umbausätze existieren, stellt jeder Motorwechsel eine individuelle technische Lösung dar.

    • Projektunterlagen: Der Zugriff auf bestehende Projektdokumentationen und der Austausch mit erfahrenen Anwendern dient der Orientierung.
    • Fertigung: Für sicherheitsrelevante Bauteile wie Adapterplatten ist auf professionelle Fertigungsverfahren zurückzugreifen, um die notwendige Präzision und Stabilität zu gewährleisten.

    Ein Motorumbau stellt einen wesentlichen Eingriff in die Fahrzeugkonfiguration dar. Eine detaillierte Vorplanung unter Einbeziehung der zuständigen Prüfbehörden ist die Voraussetzung für die technische Abnahme und die Zulassung des Fahrzeugs.


    Dieser Beitrag dient der allgemeinen technischen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder eine Fachwerkstatt.

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    Der Luftpresser (Kompressor) des IFA L60 ist eine zentrale Komponente der Brems- und Druckluftanlage. Ein korrekter Einbau sowie die präzise Einstellung des Zahnflankenspiels des Antriebszahnrades sind essenziell, um Folgeschäden am Steuergehäuse und dem Motorantrieb zu vermeiden. Nachfolgend wird die detaillierte Vorgehensweise für den Wechsel und die Justierung beschrieben.

    1. Wichtige Sicherheitshinweise und Vorbereitungen

    • Drucklosigkeit herstellen: Vor Beginn aller Arbeiten ist die komplette Druckluftanlage des Fahrzeugs über die Entwässerungsventile der Luftbehälter vollständig drucklos zu machen.
    • Sauberkeit: Der Bereich um den Luftpresser und das Steuergehäuse muss gründlich von Schmutz, Öl und Lackresten gereinigt werden, um das Eindringen von Fremdkörpern in den Ölkreislauf des Motors zu verhindern.
    • Kühlmittel ablassen: Da der Zylinderkopf des L60-Luftpressers in den Kühlkreislauf des Motors eingebunden ist, muss das Kühlmittel teilabgelassen werden, bis der Pegel unterhalb des Luftpresserniveaus liegt.
    • Spannungsfreiheit: Zur Vermeidung von Kurzschlüssen ist die Batterie über den Batteriehauptschalter zu trennen.

    2. Demontage des defekten Luftpressers

    1. Leitungen trennen: * Die Druckleitung (Saug- und Druckseite) am Luftpresserflansch demontieren.
      • Die Kühlwasserzulauf- und -ablaufleitungen am Zylinderkopf entfernen.
      • Die Schmierölleitung (Zulauf vom Motorölkreislauf und Rücklauf) lösen.
    2. Befestigung lösen: Die Befestigungsschrauben und -muttern am Flansch des Steuergehäuses schrittweise über Kreuz lösen.
    3. Entnahme: Den Luftpresser vorsichtig aus dem Steuergehäuse herausziehen. Dabei darauf achten, dass das Antriebszahnrad nicht an den Gehäusekanten verkantet.
    4. Dichtungsreste entfernen: Die Dichtflächen am Steuergehäuse akkurat von alten Dichtungsresten reinigen und entfetten.

    3. Vorbereitung des neuen Luftpressers

    • Zahnradprüfung: Falls das Antriebszahnrad vom alten Luftpresser übernommen wird, ist dieses intensiv auf Verschleiß, Pittingbildung und Beschädigungen der Flanken zu prüfen. Im Zweifelsfall ist ein Neuteil zu verwenden.
    • Montage des Zahnrades: Das Zahnrad auf den Konus der Kurbelwelle des Luftpressers aufsetzen. Die Scheibenfeder (Passfeder) muss korrekt in der Nut sitzen. Die Befestigungsmutter mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen und vorschriftsmäßig sichern (z. B. durch ein Sicherungsblech).
    • O-Ring/Dichtung: Den neuen O-Ring bzw. die Flanschdichtung leicht mit sauberem Motoröl benetzen und in die dafür vorgesehene Nut am Flansch einsetzen.

    4. Einbau und Einstellung des Zahnflankenspiels

    Die Einstellung des Zahnflankenspiels zwischen dem Antriebszahnrad des Luftpressers und dem Zwischenrad des Motorsteuerungstriebs ist der kritischste Schritt. Ein zu geringes Spiel führt zu Heißlaufen und Zahnbruch; ein zu großes Spiel verursacht starke Geräuschentwicklung und vorzeitigen Verschleiß.

    Schritt-für-Schritt-Justierung:

    1. Ansetzen: Den Luftpresser in die Aufnahme des Steuergehäuses einführen, sodass die Zahnräder ineinandergreifen. Die Befestigungsschrauben zunächst nur handfest anziehen, sodass sich der Luftpresser im Bereich der Toleranzbohrungen bzw. der Exzenterführung noch minimal bewegen lässt.
    2. Messung des Flankenspiels: * Das Zahnflankenspiel wird mithilfe einer Messuhr ermittelt. Das vorgeschriebene Sollmaß für das Zahnflankenspiel liegt im Bereich von 0,10 bis 0,22 mm.
      • Die Messspitze der Messuhr wird radial auf eine Zahnflanke des Luftpresserzahnrades (durch eine Inspektionsöffnung, falls vorhanden) oder über die Bewegung der Kurbelwelle bei blockiertem Motorzahnrad positioniert.
    3. Einstellung: * Durch vorsichtiges Verschieben oder radiales Verdrehen des Luftpressergehäuses in den Befestigungslöchern wird das Spiel einjustiert.
      • Wird ein Exzenterflansch verwendet, erfolgt die Einstellung durch definiertes Drehen des gesamten Luftpressergehäuses vor dem finalen Festziehen.
    4. Fixierung: Nach dem Erreichen des korrekten Spiels werden die Befestigungsschrauben über Kreuz in mehreren Stufen mit dem spezifischen Drehmoment festgezogen.
    5. Kontrollmessung: Nach dem Festziehen ist das Zahnflankenspiel an mindestens drei verschiedenen Punkten (durch Drehen des Motors per Hand) erneut zu überprüfen, um Rundlauffehler des Zahnrades auszuschließen.

    5. Komplettierung und Inbetriebnahme

    1. Leitungsanschluss:
      • Alle Druckluft- und Hydraulikleitungen mit neuen Dichtringen (Kupfer- oder Aludichtringe) montieren.
      • Die Kühlwasserleitungen anschließen und die Schlauchschellen fixieren.
    2. Kühlflüssigkeit auffüllen: Das Kühlwasser wieder auffüllen und das System gegebenenfalls entlüften.
    3. Erstschmierung: Vor dem ersten Motorstart empfiehlt es sich, eine geringe Menge sauberes Motoröl direkt in den Ölzulauf des Luftpressers zu füllen, um einen Trockenlauf in den ersten Sekunden zu verhindern.
    4. Probelauf und Dichtheitsprüfung:
      • Den Motor im Leerlauf starten und auf ungewöhnliche Geräusche aus dem Steuergehäuse achten (Singen deutet auf zu strammes Zahnflankenspiel hin).
      • Alle Anschlüsse (Öl, Wasser, Luft) sowie den Flansch am Steuergehäuse visuell auf Dichtheit überprüfen.
      • Den Druckaufbau der Bremsanlage bis zum Abschalten des Druckreglers (Ausschaltwert ca. 7,4 bis 8,0 bar) überwachen.

    Relevante Kernpunkte im Überblick

    • Verschleißteile ersetzen: Grundsätzlich neue Dichtungen, O-Ringe und Kupferdichtringe verwenden.
    • Saubere Schmierung: Die Ölbohrungen im Flansch müssen exakt mit den Kanälen im Steuergehäuse fluchten.
    • Drehmomente einhalten: Zu fest angezogene Flanschschrauben können zu Verspannungen im Gehäuse führen, was Lagerschäden im Luftpresser nach sich zieht.


    Der Luftpresser (Kompressor) ist das Herzstück der Druckluftbremsanlage und der Nebenverbraucher des IFA W50. Er stellt den notwendigen Betriebsdruck für die Bremsanlage, die Kupplungsunterstützung und gegebenenfalls die Allrad- und Differenzialsperrenschaltung bereit. Ein Defekt oder Verschleiß führt zu unzureichendem Druckaufbau, erhöhtem Ölverbrauch im Luftsystem oder mechanischen Nebengeräuschen.

    Dieser Leitfaden beschreibt detailliert die sachgerechte Vorgehensweise beim Wechseln und Einstellen des Luftpressers (Typ: Einzylinder-Luftpresser, meist 50 mm Kolbendurchmesser beim Standard-W50).

    Wichtige Vorbetrachtungen und Sicherheitsmaßnahmen

    Bevor mit den Arbeiten begonnen wird, müssen zwingend folgende Sicherheits- und Vorbereitungsschritte durchgeführt werden:

    • Drucklosigkeit herstellen: Die komplette Druckluftanlage ist über die Entwässerungsventile der Kessel vollständig drucklos zu machen.
    • Sauberkeit: Der Bereich um den Luftpresser am Motor (Montageseite in Fahrtrichtung links, an der Stirnseite/Riemenseite) ist gründlich von Öl, Schlamm und Schmutz zu reinigen, um ein Eindringen von Fremdkörpern in den Ölkreislauf des Motors zu verhindern.
    • Kühlsystem/Schmierung beachten: Der Luftpresser des W50 ist an den Ölkreislauf des Motors angeschlossen. Je nach Ausführung und Modifikationsstand gibt es luftgekühlte Zylinder mit fahrtwindgekühlten Köpfen oder vollständig luftgekühlte Varianten.

    Vorgehensweise beim Wechseln des Luftpressers

    1. Demontage des Altteils

    1. Keilriemen entspannen: Die Befestigungsschrauben der Spannvorrichtung bzw. des Luftpressers an der Haltekonsole lösen. Den Luftpresser in Richtung Motorblock schwenken, um den Keilriemen zu entspannen und von der Riemenscheibe abzunehmen.
    2. Leitungsanschlüsse trennen: * Die Saugleitung (vom Luftfilter kommend) demontieren.
      • Die Druckleitung (zum Druckregler führend) vorsichtig abschrauben. Hinweis: Hierbei auf die Kupferdichtringe achten.
      • Falls vorhanden, die Ölzulauf- und Ölrücklaufleitung (Rücklauf erfolgt meist direkt über den Flansch in das Steuergehäuse) trennen und verschließen.
    3. Befestigung lösen: Die Befestigungsschrauben bzw. Muttern an der Montagekonsole/am Kurbelgehäuse lösen.
    4. Entnahme: Den Luftpresser vorsichtig von der Konsole abheben. Dabei auf die Passfeder (Scheibenfeder) der Antriebswelle und eventuelle Ausgleichsscheiben achten.

    2. Vorbereitung des Neuteils / Überholten Luftpressers

    • Reinigung der Dichtflächen: Die Dichtflächen am Motorblock bzw. an der Haltekonsole akribisch von alten Dichtungsresten befreien.
    • Prüfung der Riemenscheibe: Die Riemenscheibe des alten Luftpressers auf Verschleiß in den Flanken prüfen. Ggf. mit einem Abzieher demontieren und auf die Welle des neuen Luftpressers setzen. Die Passfeder muss exakt in der Nut sitzen; die Wellenmutter ist mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anzuziehen und zu sichern (Splint oder Sicherungsblech).
    • Neue Dichtungen verwenden: Grundsätzlich neue Flanschdichtungen und Kupferdichtringe für die Rohrleitungen verwenden.

    3. Montage des Luftpressers

    1. Positionierung: Den Luftpresser auf die Konsole aufsetzen. Die Befestigungsschrauben zunächst nur handfest anziehen, damit der Kompressor zum Spannen des Riemens noch beweglich bleibt.
    2. Leitungen ansetzen: Die Druck- und Saugleitung sowie die Ölleitungen ansetzen und handfest verschrauben, um Verspannungen bei der Endmontage zu vermeiden.

    Vorgehensweise beim Einstellen (Flucht und Riemenspannung)

    Das korrekte Einstellen des Luftpressers ist entscheidend für die Lebensdauer der Lager und des Keilriemens.

    1. Ausrichtung der Riemenflucht

    • Wichtigkeit: Die Riemenscheibe des Luftpressers muss absolut fluchtend zur Antriebsriemenscheibe (Kurbelwelle/Wasserpumpe) stehen. Ein Schräglauf führt zu extremem Riemenverschleiß und erhöht axialen Druck auf die Lager des Luftpressers.
    • Messung: Eine Richtlatte oder ein gerades Lineal an die Flanken der Riemenscheiben anlegen.
    • Korrektur: Axiale Abweichungen werden durch das Beilegen oder Entfernen von Distanzscheiben (Ausgleichsscheiben) unter den Befestigungsfüßen oder hinter der Riemenscheibe ausgeglichen.

    2. Einstellen der Keilriemenspannung

    1. Den Luftpresser mithilfe der Spannschraube oder durch Hebelwirkung von der Gegenriemenscheibe wegbewegen.
    2. Prüfung der Spannung: Der Riemen ist richtig gespannt, wenn er sich in der Mitte der längsten freien Riemenlänge mit leichtem bis mäßigem Daumendruck noch ca. 10 bis 15 mm durchdrücken lässt.
    3. Festsetzen: In dieser Position die Befestigungsschrauben des Luftpressers an der Konsole über Kreuz fest anziehen.
    4. Die Riemenspannung nach dem Festziehen nochmals kontrollieren.

    Was gilt es zu beachten? (Wichtige Kriterien & Fehlerquellen)

    • Öl im Druckluftsystem: Bringt der Luftpresser zwar Druck, pumpt aber merklich Motoröl in die Luftkessel (erkennbar am öligen Kondensat beim Entwässern), sind die Kolbenringe oder der Zylinder des Luftpressers verschlissen. In diesem Fall hilft nur ein Tausch oder das Hohnen des Zylinders inklusive Übermaßkolben.
    • Ventile im Zylinderkopf: Wenn der Druckaufbau zu lange dauert (Richtwert: Die Anlage sollte bei mittlerer Drehzahl in wenigen Minuten den Abschaltdruck von ca. 7,4 bar erreichen), sind oft die Plattenventile (Saug- und Druckventil) im Kopf des Luftpressers verkohlt oder undicht. Diese können demontiert, gereinigt und eingeschliffen werden.
    • Schmierung sicherstellen: Bei der Erstinbetriebnahme eines neuen oder regenerierten Luftpressers ist es ratsam, vor dem Anschließen der Ölzulaufleitung etwas sauberes Motoröl direkt in den Kompressor zu füllen, um einen Trockenlauf in den ersten Sekunden zu verhindern.
    • Drehmomente und Dichtigkeit: Nach den ersten Betriebsstunden (ca. 5–10 vaterländischen Betriebsstunden oder nach der ersten Fahrt) müssen die Riemenspannung, die Festigkeit der Halterschrauben und die Dichtigkeit der Leitungsanschlüsse zwingend nachgeprüft werden.

    Technische Daten zur Überprüfung (Richtwerte)

    Einschaltdruck Systemca. 6,2 bar
    Abschaltdruck (Regler)ca. 7,4 bar
    Durchbiegung Keilriemen10 – 15 mm
    SchmierungÜber Motorölkreislauf (Druckumlaufschmierung)