Der rechtzeitige Tausch der Bremsflüssigkeit verhindert Dampfblasenbildung bei starker Erwärmung und schützt die Radbremszylinder, Hauptbremszylinder sowie die Druckluft-Hydraulik-Verstärker (Hydrak) vor innerer Korrosion durch gebundenes Wasser.
Spezifikation und Auslands- / Mittelwahl
- Empfohlene Spezifikation: Bremsflüssigkeit nach DOT 3 auf Glykolether-Basis.
- Materialverträglichkeit: Standard-DOT 3 - Flüssigkeiten sind voll verträglich mit den im IFA W50 verbauten Dichtungen aus Nitrilkautschuk (NBR) bzw. SBR-Gummi.
- Zu vermeiden:
- Silikonbasierte Bremsflüssigkeiten (DOT 5
Dürfen keinesfalls in ungeeignete Systeme eingefüllt oder mit DOT 3/4 gemischt werden, da die Dichtungen aufquellen können. - DOT 5.1: Synthetisch möglich, bietet aber im Oldtimerbereich bei normalen Wechselintervallen keinen messbaren Vorteil gegenüber DOT 4.
- Silikonbasierte Bremsflüssigkeiten (DOT 5
- Füllmenge & Wechselintervall: Das System fasst je nach Ausführung ca. 1,5 bis 2 Liter. Ein vollständiger Austausch muss alle 2 Jahre erfolgen.
Arbeitsablauf beim Entlüften und Wechseln
1.Vorbereitung und Ausgleichsbehälter leeren:Schritt 1.
Den Ausgleichsbehälter im Fahrerhaus säubern. Die alte Bremsflüssigkeit aus dem Behälter mit einer Absaugspritze größtenteils entfernen und mit frischer DOT 4-Bremsflüssigkeit auffüllen.
2.Druckluftanlage vorbereiten:Schritt 2.
Den Motor laufen lassen, bis der Kesseldruck der Druckluftbremsanlage den Betriebsdruck (ca. 6,0 bar) erreicht hat. Die hydraulische Übertragung benötigt die Druckunterstützung des Vorspannzylinders.
3.Entlüftungsreihenfolge festlegen:Schritt 3.
Gespült und entlüftet wird immer von der am weitesten entfernten Bremse zum Hauptzylinder:
- Hinterachse rechts
- Hinterachse links
- Vorderachse rechts
- Vorderachse links
4.System spülen und entlüften:Schritt 4.
Entlüftungsschlauch mit Auffanggefäß auf den Nipel des jeweiligen Radbremszylinders stecken. Nipel öffnen, das Bremspedal langsam durchtreten (oder Druckentlüftungsgerät nutzen), bis frische, blasenfreie Flüssigkeit austritt. Nipel unter Druck schließen.
5.Standkontrolle und Funktionsprüfung:Schritt 5.
Ausgleichsbehälter bis zur MAX-Markierung auffüllen. Druckpunkt am Bremspedal auf Festigkeit prüfen. Eine Probefahrt mit Dichtheitskontrolle durchführen.