Hintergründe zur Entwicklung des IFA W50: Konstrukteure und Verantwortliche im Kollektivsystem

  • Die Entstehung des mittelschweren Lastkraftwagens IFA W50 – dessen Typenbezeichnung für das Entwicklungszentrum in Werdau sowie die Nutzlast von 50 Zentnern (5 Tonnen) steht – geht auf ein zentral gesteuertes Ingenieurs- und Konstruktionskollektiv der DDR zurück. Aufgrund der damaligen Wirtschafts- und Strukturpolitik im Fahrzeugbau erfolgte die Realisierung in Form von Gemeinschaftsleistungen zwischen verschiedenen Werken, weshalb das Fahrzeug keinem einzelnen Chefdesigner namentlich zugerechnet wird.

    Die wesentlichen ingenieurstechnischen Stationen und maßgeblichen leitenden Personen gliedern sich wie folgt:

    • Konzeptionelle Ursprünge im Werk Werdau: Die ersten Projektarbeiten und Funktionsmuster entstanden ab März 1962 im VEB Kraftfahrzeugwerk Werdau, wo Ingenieure und Techniker das Grundkonzept für den neuen Standard-Lkw der DDR ausarbeiteten.
    • Serienüberführung in Ludwigsfelde: Die Hauptverantwortung für die Industrialisierung, Produktionsvorbereitung und die langfristige Weiterentwicklung lag im VEB IFA Automobilwerke Ludwigsfelde. Ab 1964 leitete Gerhard Zimmer dort die Erzeugnisentwicklung und wirkte von 1973 bis 1990 als Direktor für Forschung und Entwicklung.
    • Spezialkonstruktionen und Fachabteilungen: Für spezifische Fahrgestellvarianten, Allradtechnik sowie Aufbauten zeichneten jeweils disziplinäre Projekt- und Konstruktionsleiter verantwortlich, darunter Dipl.-Ing. Reinhard Blumenthal.
    • Motorenentwicklung in Nordhausen: Das Herzstück des W50 – der Vierzylinder-Viertakt-Dieselmotor des Typs 4 VD 14,5/12 – wurde im VEB Motorenwerke Nordhausen entwickelt. Maßgebliche Impulse und technische Leitungen in diesem Bereich verantworteten Konstrukteure wie Prof. Dr. Ferdinand Herms.