Der Austausch von Kupplungsscheibe und Kupplungsautomat beim IFA L60 erfordert aufgrund des Gewichts der Komponenten und der Einbausituation im Rahmen ein systematisches Vorgehen.
Fahrzeug an den Rahmenpunkten sicher aufbocken und gegen Wegrollen sichern. Die Batterien sind abzuklemmen, um Kurzschlüsse am Anlasser zu vermeiden. Anschließend den Kardanwellenflansch am Getriebe lösen und die Welle nach hinten abbinden. Den Anlasser komplett demontieren, da dieser in die Getriebeglocke hineinragt. Schaltgestänge und Getriebeabdeckung im Fahrerhaus sowie alle elektrischen Steckverbindungen und Tachowellen am Getriebe lösen.
Ausbau von Kupplungsautomat und -scheibe:
Die Befestigungsschrauben des Kupplungsautomaten (Druckplatte) gleichmäßig und über Kreuz schrittweise lösen, um die Federspannung kontrolliert zu entspannen. Nach dem Herausschrauben der letzten Schrauben können der Automat und die alte Kupplungsscheibe nach unten entnommen werden. Das Schwungrad gründlich auf Riefen, Hitzeflecken und Risse prüfen. Das Pilotlager (Führungslager) im Kurbelwellenzapfen auf Spiel und Leichtgängigkeit prüfen und bei Verschleiß erneuern.
Einbau der neuen Kupplungskomponenten:
Die neue Kupplungsscheibe zusammen mit dem Kupplungsautomaten zentriert am Schwungrad ansetzen. Die Verwendung eines Zentrierdornes ist zwingend erforderlich, um die Mitnehmerscheibe exakt fluchtend zum Pilotlager auszurichten. Die Schrauben des Kupplungsautomaten zunächst handfest anziehen und anschließend mit dem vorgeschriebenen Drehmoment über Kreuz stufenweise festziehen. Den Zentrierdorn erst nach komplettem Anziehen der Schrauben entfernen.
Justierung:
Die Getriebeeingangswelle und das Ausrücklager leicht mit einem geeigneten Hochtemperaturfett versehen (Achtung: Nulldosierung auf den Reibflächen von Scheibe und Automat). Abschließend das Kupplungsspiel beziehungsweise die Kupplungsbetätigung (Hydraulik oder Gestänge) prüfen und bei Bedarf nachjustieren.
Prüfung auf Erfolg: Nach Abschluss aller Arbeiten erfolgt ein Probelauf im Stand. Das Kupplungspedal muss einen gleichmäßigen Widerstand aufweisen. Beim Durchtreten des Pedals müssen sich die Gänge im Stand bei Standgas butterweich und geräuschlos einlegen lassen. Bei einer anschließenden Probefahrt darf die Kupplung weder rutschen (unter Volllast im hohen Gang) noch beim Anfahren rupfen.