Das Schaltgetriebe des IFA L60 neigt bei hoher Laufleistung oder verschleißbedingtem Spiel zu unpräzisen Gangwechseln oder Problemen in der Gruppenschaltung. Ein zentraler Verschleißpunkt sind dabei die Schalt- bzw. Gleitsteine im Schaltmechanismus, die oft gegen optimierte Ausführungen (beispielsweise aus Messing oder hochwertigen Werkstoffen) getauscht werden, um die Langlebigkeit zu erhöhen.
Ausbau des Getriebes und Zugangswege
Für den Austausch der Steine muss das Getriebe in der Regel ausgebaut und auf der Werkbank zerlegt werden, da der Arbeitsraum im eingebauten Zustand stark eingeschränkt ist. Nach dem Ablassen des Getriebeöls sind die Gelenkwellen, der Schaltturm sowie die Nebenabtriebe (falls vorhanden) zu demontieren. Anschließend wird das Getriebegehäuse getrennt, um an die Schaltgabeln und die dazugehörigen Gleitsteine zu gelangen.
Demontage und Schadensanalyse
- Bestandsaufnahme: Die Schaltgabeln und die Führungsschlitze auf Verschleiß, Einlaufspuren oder Rissbildung prüfen.
- Ausbau der alten Steine: Die Sicherungselemente der Schaltsteine lösen und die verschlissenen Komponenten vorsichtig von den Schaltgabeln abnehmen. Häufig zeigen die Originalteile deutliche Materialabträge oder Deformationen.
Einbau und Materialwahl
- Material: Beim Ersatz greifen viele Schrauber auf passgenaue Nachbauten aus Messing zurück, da diese im Vergleich zu den originalen Werkstoffen widerstandsfähiger gegenüber Reibverschleiß sind.
- Montage: Die neuen Schaltsteine spielfrei, aber leichtgängig auf den Schaltgabeln positionieren und entsprechend den Vorgaben aus dem Reparaturhandbuch fixieren. Auf korrekte Ausrichtung in den Mitnehmern der Schiebemuffen achten.
Grundeinstellung und Feinjustierung
Nach der Montage des Getriebes und dem Wiedereinbau in das Fahrzeug ist eine exakte Überprüfung des Schaltgestänges beziehungsweise der Pneumatik- und Ansteuerungskomponenten zwingend erforderlich.
- Das Schaltspiel muss neutral eingestellt werden, damit alle Gänge der Doppel-H-Schaltung sowie die Lastschaltgruppe exakt einrasten.
- Ein falsches Spiel führt andernfalls zu einem vorzeitigen Wiederverschleiß der neuen Gleitsteine oder zu hakenden Gängen.
Vor der ersten Probefahrt sollte das Getriebe wieder mit der vorgeschriebenen Spezifikation an Getriebeöl befüllt und im Stand durchgeschaltet werden.