Sicherheitsvorkehrungen und Arbeitsschutz
Beim Bearbeiten von glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) entsteht feiner, lungengängiger Faserstaub.
- Tragen Sie stets eine Schutzmaske (mindestens FFP2, besser FFP3) sowie eine dicht anliegende Schutzbrille.
- Nutzen Sie idealerweise eine direkte Staubabsaugung an der Werkzeugspitze, um die Freisetzung von Partikeln in der Raumluft zu minimieren.
- Tragen Sie Einweghandschuhe, da Hautkontakt mit Schleifstaub oder ungehärtetem Harz zu Reizungen führen kann.
Bohren und Öffnungen anbringen
- Werkzeugwahl: Kleinere Bohrungen bis ca. 12 mm gelingen mit Standard-Hartmetallbohrern. Für größere Öffnungen (z. B. für Anschlüsse oder Kabeldurchführungen) sind diamantbesetzte Lochsägen oder Fräser die beste Wahl.
- Vorgehensweise: Platzieren Sie ein Opferholz auf der Austrittsseite unter dem GFK-Material. Dies verhindert wirksam das Ausfransen oder Ausbrechen der Glasfasern beim Durchtreten des Bohrers.
- Technik: Arbeiten Sie mit mäßigem Vorschub und reduzieren Sie den Druck kurz vor dem vollständigen Durchbruch, um thermische Überhitzung zu vermeiden.
Schleifen und Vorbereitung
- Zum Aufrauen von Oberflächen oder Glätten von Kanten wird Schleifpapier mit einer 80er bis 120er Körnung verwendet.
- Die glatte Harzschicht muss vor jeder Verklebung oder Reparatur gründlich angeschliffen werden, da anderenfalls keine mechanische Haftung für Klebstoffe entsteht.
- Entfernen Sie den Schleifstaub restlos und entfetten Sie die Kontaktflächen vor dem nächsten Arbeitsschritt gründlich (z. B. mit Isopropanol oder Aceton).
Materialien und Vorgehensweise bei Reparaturen
Zur Instandsetzung von Rissen, Löchern oder ausgebrochenen Kanten wird die Schadstelle durch einen Schichtverbund neu aufgebaut.
- Materialwahl:
- Epoxidharz (z. B. Resinpal) bietet eine hervorragende Festigkeit, hohe Klebkraft und schrumpft beim Aushärten kaum.
- Polyesterharz ist kostengünstiger und härtet schneller aus, riecht jedoch intensiv und besitzt geringere mechanische Kennwerte.
- Als Verstärkungsmaterial dient Glasfilamentgewebe (für kontrollierte, stabile Strukturen) oder Glasfasermatten (für komplexe Rundungen und Füllungen).
- Schritt-für-Schritt-Ablauf:
- Schleifen Sie Risse V-förmig an den Rändern aus, um eine vergrößerte Angriffsfläche für das neue Material zu schaffen.
- Reinigen und entgiften/entfetten Sie die vorbereitete Schadstelle gründlich.
- Mischen Sie das Harz-Härter-System exakt nach den Vorgaben des Herstellers an.
- Tragen Sie eine dünne Basisschicht Harz auf, legen Sie das zugeschnittene Glasgewebe auf und tränken Sie es vollständig mit einem Pinsel oder einer kleinen Laminierrolle.
- Arbeiten Sie in mehreren dünnen Lagen (stufenweise vom Kleinen zum Großen), bis die ursprüngliche Materialstärke des Koffers wieder erreicht ist. Achten Sie darauf, Luftblasen sorgfältig herauszurollen.
- Nach vollständiger Aushärtung wird die Reparaturfläche flächenbündig geschliffen und zum Schutz vor UV-Strahlung mit einem passenden Topcoat oder Lack versiegelt.