Beim originalen Kolbenverdichter Typ HS1-40/70 des IFA-Motors 4 VD 14,5/12-SRW hängen mögliche Alternativen stark davon ab, welches Ziel mit dem Umbau verfolgt werden soll:
Interne DDR-Varianten (Serienmäßige Alternativen)
- Zentralgeschmiert vs. Eigenölversorgung: Der original verbaute HS1-40/70 existiert in zwei Varianten:
- Zentralgeschmiert: Wird über den Ölkreislauf des Motors versorgt.
- Mit eigenem Ölsumpf (Ölmessstab): Besitzt einen eigenen Ölhaushalt. Diese Variante schützt vor Ölmetrage in der Druckluftanlage bei eingelaufenen Verdichterkolben und entlastet das Motorenöl.
- Modernere Einzylinder- oder Zweizylinder-Kompressoren von Knorr-Bremse oder Wabco (z. B. aus Mercedes-Benz LN2/Atego oder MAN) bieten eine deutlich bessere Förderleistung, laufen leiser und halten höhere Betriebsdrücke aus.
- Aufwand für den Umbau:
- Halterung & Antrieb: Eine individuelle Halterung muss angefertigt werden; die Riemenflucht zur Wasserpumpe/Kurbelwelle muss exakt stimmen.
- Ölschmierung: Der Druckölanschluss vom Motorblock zum neuen Kompressor sowie ein druckloser Rücklauf in die Ölwanne müssen angepasst werden.
- Ansaugung & Kühlung: Bei wassergekühlten Fremdkompressoren muss ein Kühlwasservor- und -rücklauf in den Motorkühlkreislauf eingebunden werden.
Empfehlung: Wenn es lediglich um die Behebung von Verschleiß oder unzureichender Druckförderung geht, ist das Aufarbeiten des originalen HS1-40/70 (Ausschleifen, Übermaßkolben, neue Ventile) oder der Wechsel auf die Variante mit eigener Ölfüllung meist der wirtschaftlichste Weg. Für Weltenbummler oder Fahrzeuge mit hohem Luftverbrauch bringt der Umbau auf ein modernisiertes Aggregate-Set von Wabco/Knorr oder den L60-Luftpresser deutliche Leistungsreserven.