Der IFA LKW L60 verfügt über einen permanenten Allradantrieb, bei dem die Antriebskraft dauerhaft auf alle vier Räder übertragen wird. Im Gegensatz zum zuschaltbaren Allrad vieler anderer Nutzfahrzeuge ist hier kein manuelles Einlegen des Vorderradantriebs bei Straßenfahrt erforderlich. Die Verteilung des Drehmoments zwischen Vorder- und Hinterachse erfolgt über ein im Transfergetriebe integriertes Zentraldifferenzial, welches Verspannungen im Antriebsstrang bei Kurvenfahrt auf griffigem Untergrund verhindert.
Zur Erhöhung der Geländegängigkeit bei nachlassenden Bodenverhältnissen ist der L60 mit pneumatisch betätigten Sperren ausgestattet, die vom Fahrer gezielt geschaltet werden können:
- Längssperre: Diese Sperre wirkt im Verteilergetriebe und blockiert das Zentraldifferenzial. Dadurch wird eine starre Verbindung zwischen der Vorder- und Hinterachse hergestellt. Das Drehmoment wird zu gleichen Teilen (50:50) zwangsweise auf beide Achsen aufgeteilt, wodurch verhindert wird, dass bei durchdrehenden Rädern einer Achse der gesamte Vortrieb verloren geht.
- Achssperren (Quersperren): Zusätzlich verfügt der L60 über Differenzialsperren in den Achsgetrieben. Bei Betätigung sperren diese die Ausgleichsgetriebe innerhalb der Vorder- bzw. Hinterachse. Dies zwingt die Räder einer Achse dazu, mit gleicher Drehzahl zu rotieren. Dadurch wird verhindert, dass bei Haftungsverlust eines einzelnen Rades das gesamte Drehmoment über das Differenzial an dieses frei durchdrehende Rad abgegeben wird.
Wirkungsweise im Gelände: Durch die Kombination aus permanenter Kraftverteilung, Längssperre und Achssperren wird ein maximaler Formschluss im Antriebsstrang erreicht. Die Längssperre egalisiert Drehzahlunterschiede zwischen den Achsen, während die Achssperren die Drehzahldifferenzen der Räder auf einer Achse aufheben. Das System gewährleistet, dass auch bei extremen Geländebedingungen, wie Schlamm, losem Sand oder Verschränkung, jene Räder mit dem verbleibenden Bodenkontakt Vortrieb übertragen können.