Wartungsleitfaden: Die Flammstartanlage des IFA Lkw W50

  • Die Flammstartanlage ist ein essenzieller Bestandteil des Kaltstartsystems des IFA W50. Um einen zuverlässigen Start bei niedrigen Temperaturen zu gewährleisten und Motorschäden durch Überhitzung der Anlage zu vermeiden, ist eine regelmäßige Wartung und korrekte Einstellung der Komponenten unerlässlich.

    Funktionsweise der Komponenten

    Die Flammstartanlage arbeitet durch das Erhitzen von angesaugter Ansaugluft mittels einer brennenden Kraftstoffflamme im Ansaugtrakt.

    • Glühkerze mit Glühwedel: Der Glühwedel dient als Zündquelle. Er muss bei Aktivierung innerhalb weniger Sekunden hellrot glühen. Ein defekter Glühwedel verhindert die Entzündung des eingespritzten Kraftstoffs.
    • Flammstartventil: Dieses elektromagnetische Ventil dosiert den Kraftstoff. Es öffnet den Durchfluss erst, wenn der Glühwedel die erforderliche Zündtemperatur erreicht hat.
    • Kraftstoffzufuhr: Die Anlage wird über eine eigene Leitung (meist aus dem Rücklauf oder einem separaten Abzweig) mit Diesel versorgt.

    Wartungs- und Prüfschritte

    1. Prüfung der Glühkerze

    • Elektrische Prüfung: Prüfen Sie mit einem Multimeter den Durchgang des Glühwedels. Ein unendlicher Widerstand deutet auf einen Kabelbruch oder einen durchgebrannten Wedel hin.
    • Sichtprüfung: Schrauben Sie die Kerze heraus, schließen Sie sie an die Bordspannung an (Vorsicht: sehr heiß!) und prüfen Sie, ob der Glühwedel gleichmäßig von innen nach außen zu glühen beginnt.

    2. Wartung des Flammstartventils

    • Dichtheitsprüfung: Überprüfen Sie, ob das Ventil im geschlossenen Zustand absolut dicht ist. Ein leckendes Ventil kann während des Betriebs unkontrolliert Kraftstoff in den Ansaugtrakt leiten, was zu Ölverdünnung oder Motorschäden führen kann.
    • Reinigung: Das Ventil ist oft durch Ablagerungen (Harz aus Diesel) verstopft. Reinigen Sie den Ventilsitz und die Düsenbohrung vorsichtig mit Bremsenreiniger oder Ultraschall.

    Einstellen des Flammstartventils

    Die korrekte Einstellung des Ventils ist kritisch, da sie den Kraftstoffdurchfluss und damit die Flammenbildung bestimmt.

    1. Vorbereitung: Das Ventil muss in den Ansaugkrümmer eingeschraubt sein. Sorgen Sie für eine drucklose Kraftstoffversorgung.
    2. Durchflussmenge prüfen: Der Kraftstoff muss bei geöffnetem Ventil in einer feinen Zerstäubung oder einem steten Strahl (je nach Ausführung) auf den glühenden Wedel treffen.
    3. Justierung: Falls das Ventil über eine Einstellschraube für den Hub verfügt, muss diese so justiert werden, dass der magnetische Anker bei Bestromung den maximalen Durchfluss freigibt, ohne mechanisch zu verkanten.
    4. Funktionstest: * Glühzeit abwarten (ca. 20–30 Sekunden).
      • Ventil bestromen.
      • Es muss ein charakteristisches "Klicken" des Magnetschalters zu hören sein.
      • Die Zündung des Kraftstoffs sollte nahezu sofort nach dem Öffnen des Ventils erfolgen.

    Sicherheitshinweise

    • Brandgefahr: Führen Sie Funktionsprüfungen außerhalb des montierten Zustands nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen durch. Halten Sie einen Feuerlöscher bereit.
    • Elektrische Anlage: Da die Glühkerze einen hohen Strom zieht, sind korrodierte Anschlüsse die häufigste Fehlerursache. Reinigen Sie alle Kontaktstellen metallisch blank und verwenden Sie Polfett.