IFA LKW W50 - Schwerer Nebenantrieb

  • Hi,

    Ich habe einen w50 und hoffe auf eure Hilfe:

    Habe einen W50 LA mit leichtem Nebenantrieb. Für ne potentielle Seilwinde brauche ich noch den großen. Ich habe ein Getriebe von einem lf16 mit schwerem und leichtem Nebenantrieb ABER ohne Allrad||

    Frage:

    Kann ich das vom Lf16 mit meinem VTG ausstatten oder

    den großen Nebenantrieb an meines vom LA anbauen.


    Welche Variante wäre egal. Wenn s geht vielleicht n kurzen Überblick...

    Vielen Dank

    Alexander Schmitt

  • Wie die Hydraulikpumpe beim Kipper angesteuert ist, weiß ich nicht. Ich kenne nur die Konfiguration der (T)LFs.

    Vermutlich gab es original keine Kipper mit Seilwinde.

    Aber wenn du zwei Abgänge brauchst, wirst du wohl auch schweren und leichten brauchen und dir was basteln müssen.

  • Beide Wege sind technisch machbar, da das W50-Baukastensystem sehr durchdacht ist.

    Der Königsweg, der dir am wenigsten Arbeit macht und das originale, perfekt funktionierende Allrad-Getriebe unangetastet lässt, ist Variante 2 (den großen Nebenantrieb an dein LA-Getriebe anbauen).

    Hier ist der Überblick und der direkte Vergleich beider Varianten, damit du entscheiden kannst, was für deine Werkstatt-Ausstattung am besten passt.

    Variante 1: Das LF16-Getriebe auf Allrad (VTG) umbauen

    Das LF16-Getriebe ist ein reines Heckantriebs-Getriebe (4x2). Um dort dein Verteilergetriebe (VTG) anzuflanschen, musst du das Getriebe im Grunde komplett zerlegen.

    • Der Haken: Die Ausgangswelle (Hauptwelle) beim Allrad-Getriebe ist anders als beim 4x2-Getriebe. Du müsstest also die lange Allrad-Ausgangswelle in das LF16-Getriebe einbauen.
    • Aufwand: Extrem hoch. Das bedeutet Getriebe komplett spalten, Zahnräder runter, Wellen tauschen, neu ausdistanzieren und abdichten.
    • Fazit: Lohnt sich eigentlich nur, wenn dein aktuelles LA-Getriebe ohnehin einen Lagerschaden hat oder die Synchronringe durch sind und du das LF16-Getriebe als frische Basis nutzen willst.

    Variante 2: Den schweren Nebenantrieb an dein LA-Getriebe anbauen

    Das ist die deutlich cleverere und schnellere Variante. Da das Getriebegehäuse beim W50 universell gegossen wurde, hat dein LA-Getriebe an der entsprechenden Stelle bereits die passende Öffnung bzw. den Deckel dafür.

    So läuft der Umbau (Kurzer Überblick):

    1. Demontage am LF16-Getriebe:
      • Öl ablassen.
      • Den schweren Nebenantrieb (Schaltmuffe, Gehäuse, Zahnräder) komplett als Einheit vom LF16-Getriebe abschrauben.
      • Wichtig: Achte penibel auf die Distanzscheiben (Ausgleichsscheiben), die zwischen Getriebegehäuse und Nebenantrieb sitzen. Die bestimmen das Zahnflankenspiel!
    2. Vorbereitung am LA-Getriebe:
      • Öl am LA-Getriebe ablassen.
      • Den Blinddeckel (bzw. dort, wo der schwere Nebenantrieb hinkommt) abschrauben.
    3. Montage & Einmessen:
      • Den schweren Nebenantrieb an dein LA-Getriebe ansetzen.
      • Das A&O hierbei ist das Zahnflankenspiel: Du musst prüfen, wie das Zahnrad des Nebenantriebs in das Vorgelegebrennholz (Vorgelewelle) deines LA-Getriebes greift. Das Spiel wird über die Dicke der besagten Papier- oder Metalldichtungen/Scheiben eingestellt. Ist es zu stramm, jault das Getriebe und blockiert; ist es zu lose, hast du Zahnausfall vorprogrammiert.
      • Schaltgestänge/Ansteuerung für den schweren Nebenantrieb im Fahrerhaus installieren.

    Fazit & Empfehlung

    ArbeitszeitMehrere Tage (Komplettzerlegung)1 Nachmittag
    FehlerrisikoHoch (beim Einmessen der Wellen)Überschaubar (Zahnflankenspiel)
    SpezialwerkzeugAbzieher, Messuhren, Presse nötigStandard-Werkzeug & Fühllehre

    Mach dir das Leben leicht und schraub den schweren Nebenantrieb vom LF16 ab und an dein LA-Getriebe dran. Das spart Nerven, Zeit und du musst nicht das Herzstück deines Allradlers komplett zerlegen. Wenn du den Nebenantrieb runter hast, siehst du auch sofort, wie das System greift – das ist solide DDR-Großserientechnik.