Beiträge von Renato

    Die Mangelwirtschaft in der DDR ist ja ein eigenes Thema, wenn man gekonnt hätte wie man wollte, wäre vieles anders gewesen. Laut RGW Vorgaben durfte die DDR ja LKW bis max. 6 Tonnen Nutzlast bauen, größere Modell durften nur UdSSR, CSSR, Polen, Rumänien und Ungarn bauen. Ansätze gab es ja einige, (z. B. IFA LKW G 5/3, H6), leider nicht gewollt.

    Ich habe im Internet eine Untersuchung über Schadenshäufigkeit und Lebensdauer bei 4VD Motoren aus DDR Zeiten gefunden.


    Da gingen sie bei den LAZ/ZT von ca. 4000h aus. Das ist nach heutigen Massstäben sehr wenig, ein LKW/Industrie Diesel sollte eher 12-15000h können, bis der Ölverbrauch/Qualm lästig wird...


    Gruß Reinhard

    Klar, nach heutige Maßstäben sind 4.000 Betriebsstunden nicht sehr viel, aber man sollte berücksichtigen, den Entwicklungsstand des Motor, das waren die frühen sechziger Jahre, da hielten andere Motoren wahrscheinlich auch nicht länger. Und im IFA LKW LA oder IFA Traktor ZT mussten die Motore schon einiges leisten, wenn auf Bau oder Landwirtschaft eingesetzt. Wer in der DDR gelebt hat, weiß wie die Fahrzeuge rangenommen wurden.


    Bleiben wir mal bei dem Beispiel mit 4.000 Betriebsstunden.

    Das wären beim IFA LKW W50 LA bei 4.000 Betriebsstunden x 60 km/h = 240.000 km

    Beim IFA Traktor ZT 4.000 Betriebsstunden x 20 km/h = 80.000 km


    Hört sich erst mal nicht so viel an, aber fahrt mal 240.000 km mit einem IFA LKW W50 oder 80.000 km im IFA Traktor ZT.


    Das wären mit dem IFA LKW 240.000 km : 40.075 km (Erdumfang) ~ 5,988.. knapp 6 Erdumrundungen, beim IFA Traktor ZT wären es 2 Erdumrundungen.


    Die andere Frage ist doch, wer von uns wird jetzt mit seinem IFA LKW W50 selbst über 240.000 km fahren?

    Ich habe meinen IFA LKW W50 damals mit 5.000 km übernommen, jetzt sind es etwas über 120.000 km nach ca. 18 Jahren. Wie der ein oder andere weiß, war ich damit weltweit unterwegs (Europa, Afrika, Amerika), mit vielen und teilweise beschwerlichen Kilometern (Sahara, winterliches Kanada, Wüste in Mexiko und Arizona). Der Motor läuft immer noch sehr gut, kann kaum Veränderungen feststellen im Motorlauf, obwohl mein Motor auch ein wenig über der normalen Leistung "räuchert".


    Was ich damit sagen will, ich werde in meinem Leben sicherlich nicht über 200.000 km mit dem W50 fahren, auch wenn noch einige Touren anstehen. Die wenigsten von uns werden über 200.000 km selbst mit dem IFA LKW W50 fahren.


    Wenn ich überlege, dass ich heute im Schnitt 150.000 km pro Jahr mit dem LKW abspule, ist schon was anderes, immerhin mit ca. 500 PS und die Motoren laufen heute 500.000 - bis weit über 1 Million Kilometer. Es hat sich aber in 50 Jahren Motorenentwicklung einiges getan.

    Wie wurde uns beim IFA-Tours Treffen in Nordhausen 2018 erzählt? Es wurden Test auf dem Motorenprfüständen gefahren in Nordhausen, da liefen die Motoren 80 Tage lang 24 Stunden bei 2.000 U/min ohne Defekte, nur am Krümmer gab es einen Riss.

    Natürlich kann man nicht Kilometer mit Kilometer vergleichen. Es spielt immer eine Rolle wo diese Kilometer gefahren wurden.


    So wird zum Beispiel bei Kalkulationen im Wirtschaftsbereich ein Kilometer im Baugewerbe oder der Landwirtschaft mit 3 km auf der Autobahn gleichgesetzt.

    Das Problem ist doch, wenn eine KD gewechselt wird, gibt es ein Störfaktor im Motor, welcher erst einmal beseitigt werden sollte. Ich fahre auch seit über 30 Jahren und 120.000 km noch meine erste KD im W50, ohne Probleme.


    Die neuen und verbesserten KD kommen dann sicherlich bei denen zum Einsatz, die ein Problem mit der KD haben.

    IFA Nordhausen hat mir erklärt, was es für ein Kampf und Krampf mit der Dichtung war, bevor diese halbwegs gehalten hat, optimal war sie aber auch nicht, gab immer mal wieder Ausfälle.


    Die einzinsten Dichtungen, die gehalten haben waren die von Elring, war die Auskunft. Nordhausen ist mit im Projekt involviert und will schauen, was es noch an Unterlagen zu der ZKD gibt und diese uns zur Verfügung stellen. Dort begrüßt man das auch sehr und ist der Meinung, wenn einer so etwas bauen und verbessern kann, dann Elring.

    Schön auf dem Foto zu sehen, das hier auch "nur" die alten Werkstoffe verwendet werden. Genau das Problem bei den vorhandenen Kopfdichtungen, es gibt dabei Senkerscheinungen (deshalb muss nachgezogen werden)., sowie keine Wasserdichtigkeiten und keine besondere Temperaturbeständigkeit. Der neue Werkstoff, der bei der ZKD bei Elring verwendet wird ist der N4600, der diese Probleme nicht mehr hat. Köpfe müssen nicht nachgezogen werden, höhere Temperaturfestigkeit usw..