Auch am 4. Advent sollte der IFA Weihnachtstruck wieder
rollen um der Menschheit ein wenig Freude zu bringen, das ist ja auch mein Job
als Weihnachtsmann.
Also begann ich nachmittags um 13:00 Uhr mit den
Vorbereitungen. Obwohl es mir gesundheitlich auch nicht so pralle ging
(Erkältung mit all den fiesen Begleiterscheinungen) und meine auch noch meine kleine
Helferin, das Weihnachtsmädchen krank war.
Was nutzt es aber, ich wurde erwartet und versuchte alles um
meine Aufgabe zu erfüllen.
Zuerst packte ich meinen Sack mit vielen Geschenken ein (Dank
an die Sponsoren), als ich das erledigt hatte, ging es daran den
Weihnachtstruck startklar zu machen. Hier gab es gleich die erste böse
Überraschung. Teile der Beleuchtung waren ausgefallen, alles keine Qualität
mehr, zwar teuer in der Anschaffung, aber nicht langlebig.
Der aufblasbare Weihnachtsmann auf dem Motorrad und eine
Lichterkette waren defekt. Was nun, noch war Zeit, es war zwar schweinekalt,
aber ich gab alles um das wieder hinzubekommen. Ein Netzteil war defekt und ich
musste was improvisieren, ich baute einen anderen Stecker um das irgendwie an
die Fahrzeugelektrik zu klemmen, der Stecker ging auch noch kaputt,
wahrscheinlich durch die Kälte brach das Kunststoff und eine Feder war
verschwunden. Als Ersatz diente mir ein Kugelschreiber, die Feder darin lötete
ich mit einem neuen Kabel in den Stecker ein, etwas Klebstoff und der
Weihnachtsmann war wiederbelebt. MacGyver?
Nun noch die defekte Lichterkette ersetzen. Dazu musste ich
erst die defekte Lichterkette vom LKW entfernen und eine Ersatzlichterkette
(zum Glück hatte ich vorgesorgt und noch eine in Reserve. Jetzt musste die neue
Lichterkette wieder an den LKW montiert werden, die Zeit verstrich und es wurde
schon langsam dunkel. Meine Hände waren steif und dann so ein Gefummel. Nach
zwei Stunden hatte ich die neue Lichterkette montiert und sie funktionierte
auch.
So nun schnell in die Weihnachtswerkstatt und mich als
Weihnachtsmann zurecht machen. Bart und Haare färben und dann das
Weihnachtsmann Kostüm anziehen.
Dann ging es wieder zurück zum LKW.
Jetzt hieß es den kalten Motor des LKW starten und den Motor
auf Betriebstemperatur bringen. Beim Öffnen der Tür passierte das nächste Malheur,
der Türgriff brach ab? Entweder ist der Weihnachtsmann schon zu fett geworden,
oder die Kälte lies das Material spröde werden?
Ich musste jetzt schnell was improvisieren mit ein paar
Metallstücken und Schrauben, ein paar Löcher gebohrt und den Griff geschient,
das ging erst mal so, muss aber bei Gelegenheit neu gemacht werden. Nun konnte
ich den Motor starten, Gott sei Dank sprang dieser trotz der Kälte auch klaglos
an. Nun hieß es die Weihnachtsbeleuchtung einschalten und während dessen den
Motor warmlaufen lassen. Jetzt kam die nächste Überraschung, die Luftanlage mit
den Bremsen war eingefroren, der LKW bewegte sich kein Stück?
Ich war ja nun schon in voller Montur, was nun? Erster
Gedanke, ich breche die Aktion ab, die Zeit wird zu knapp, dass schaffst Du
nicht mehr. Ich war ziemlich ratlos, da ich erst vor einer Woche Frostschutz
(Wabcothyl) in die Anlage gefüllt hatte, wie konnte das sein? Aber der Ehrgeiz
packte mich, ich war sowieso nur noch ein Eisklumpen. Entwässerungsschraube ab
und mit einer Flamme alle Teile der Luftanlage angewärmt, irgendwann war die
Luftanlage auch wieder frei, Lkw in Startposition gebracht und los, nee der LKW
stand wie ein Bock, Luftanlage wieder vereist. Also wieder raus, eine Pappe
unter den LKW gelegt, Entwässerungsventil raus geschraubt (es kam keine Flüssigkeit
raus) und wieder alles erwärmt. Erneut war die Luftanlage wieder frei, schnell
wieder alles zusammen gebaut und los, der LKW fuhr.
Mit einiger Verspätung, ich wollte bereits um 16:00 Uhr auf
dem Weihnachtsmarkt in Breitenbach sein, kam ich dort um 17:30 Uhr an. Geschafft,
die Kinder sahen mich kommen und riefen und winkten schon. Kaum war ich auf
Parkposition, kamen die Massen auch schon an. Jetzt endlich konnte ich
Geschenke verteilen. Die Kinder waren glücklich, stellten viel Fragen: "Warum
kommst Du mit dem LKW ", meine Antwort: "der Rentierschlitten war
kaputt", "Wie lange bist Du vom Nordpol hier her gefahren?",
"Ich war immer artig" "Hast Du noch Mandarinen für mich",
"darf ich mich mal in den LKW setzen", "dürfen wir Fotos
machen" usw.. Da ging mir natürlich das Herz auf, es hatte sich gelohnt mein Einsatz. Mir wurde auch gleich
was zu trinken und Essen angeboten, sehr schön. Trotz der
Anlaufschwierigkeiten, war es wieder mal eine schöne Aktion und ich habe es
gerne gemacht,
Euer Weihnachtsmann
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