IFA S4000 Z - aufbocken

  • Hallo zusammen,


    gebt mir mal einen Tipp, wie man am besten am S4000 aufbockt.


    An der Vorderachse ist es recht einfach, da man gut den Wagenheber sowie Unterstellböcke unter die Vorderachse bekommt.

    An der Hinterachse steigt der Achskörper nach vorne so um ca. 30 Grad an. Hier bekommt man schlecht einen Wagenheber angesetzt und Unterstellböcke passen irgendwie auch nicht recht gut, da der Achskörper eben nach vorne ansteigt, und dann auch der Unterstellbock nicht wirklich gut steht. Und direkt unter dem Differential möchte ich natürlich auch nicht den Wagenheber ansetzen.


    Oder sollte man ihn hinten am Längsträger mit einer Panzerwinde aufbocken?


    Grüße

  • beim IFA S4000 ist das Aufbocken der Hinterachse in der Tat etwas kniffliger als vorne, da das typische Bananengehäuse (Achskörper) durch seine Form und den Anstellwinkel kaum gerade Auflageflächen bietet.

    Direkt unter dem Differenzialgehäuse anzusetzen ist absolut richtig von dir abgewehrt – das Risiko, das Gehäuse zu beschädigen oder dass der Heber abrutscht, ist viel zu groß.

    Hier sind die zwei gängigsten und sichersten Methoden, wie das in der Praxis beim S4000 gelöst wird:

    Methode 1: Über die Federn / Federbrüche (Präferierte Methode für Achsarbeiten)

    Anstatt direkt an den runden Achskörper zu gehen, nutzt man die flachen und stabilen Punkte der Federung.

    • Wagenheber ansetzen: Setze den hydraulischen Wagenheber direkt unter die Federbride (U-Bolzen) bzw. die Herzbolzenplatte an der Unterseite der Achse an. Dort hast du eine relativ gerade, stabile Fläche.
    • Unterbocken: Die Unterstellböcke werden anschließend direkt unter die hinteren Federaugen bzw. den Rahmen (nahe der Federböcke) platziert, wenn die Achse frei hängen soll.
    • Tipp für die Schräge: Wenn du doch näher an die Achse musst, helfen Hartholzklötze mit einer eingefrästen oder eingesägten Keilnut (ca. 30 Grad). Dieser Holzkeil gleicht den Winkel des Achskörpers aus, sodass der Unterstellbock wieder eine absolut waagerechte und rutschfeste Auflagefläche bekommt.

    Methode 2: Am Rahmen / Längsträger (Mit Panzerwinde / Zahnstangenwinde)

    Deine Idee mit der Panzerwinde (Zahnstangenwinde) am Längsträger ist ebenfalls hervorragend und wird beim S4000 sehr oft angewendet – besonders wenn die Achse für Reparaturen (z.B. Federwechsel, Bremsen) komplett entlastet werden muss.

    • Wo ansetzen? Setze die Winde am hinteren Längsträger an, am besten so nah wie möglich an den hinteren Federböcken, da der Rahmen dort extrem steif ist.
    • Sicherung: Da der S4000 hinten sehr hochohrig werden kann, bevor die Räder abheben, musst du den Wagenheber/die Winde absolut gerade und auf festem Untergrund positionieren.
    • Unterbocken: Wenn der Rahmen oben ist, bockst du den Längsträger mit stabilen, hohen Unterstellböcken (oder massiven Holzstapeln aus Kreuzholz) ab.

    Wichtige Sicherheits-Tipps für den S4000:

    • Wegrollschutz: Da die Feststellbremse beim S4000 auf die Hinterachse (bzw. das Getriebe/Kardanwelle je nach Ausführung) wirkt, verlierst du beim Anheben der Hinterbeine jegliche Bremswirkung! Sichere die Vorderachse zwingend nach vorne und hinten mit massiven Unterlegkeilen.
    • Formschluss: Verwende beim Ansetzen von Stahl auf Stahl (Wagenheber an Achse) immer eine dicke Gummiauflage oder ein Stück Hartholz, um ein seitliches Wegrutschen zu verhindern.

    Fazit: Für einen schnellen Radwechsel ist der Weg über die Federbride/Achsplatte mit einem guten Keilholz am einfachsten. Musst du tiefer an die Bremse oder die Achse selbst heran, ist die Variante über den Längsträger mit der Panzerwinde die sicherere Wahl.