Überholung IFA W50 – Teil 1

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7. August 2010

Überholung meines IFA LKW W50

Ich werde hier in loser Folge berichten von meinem Projekt, der Überholung meines IFA W50

Wie einige sicherlich wissen, bin ich seit dem Jahre 2001 im Besitz meines IFA W50. Als ich ihn damals kaufte, war er noch eine reine Militärausführung und das sollte er eigentlich auch bleiben, aber wie es so ist im Leben, alles ändert sich. Bei mir war es der Umstand, dass zum damaligen Zeitpunkt (2003) keine militärfarbenden LKW nach Algerien einreisen durften, also wurde er farblich umgestaltet. Der W50 war im Jahre 2001 im Zustand 3 mittelmäßig würde ich sagen. Irgendwann wollte ich damit auch mal eine Tour machen, geplant war Ostsee, geworden ist es Spanien, alles noch im originalen militärfarbenden Anstrich der Nationalen Volksarmee. Für diese Touren modifizierte und richtete ich den LKW entsprechend meiner Vorstellung und Kenntnisse her. So machte ich dann auch erfolgreich einige Touren (Afrika, Nordamerika). Nach der Nordamerikatour wollte ich meinen W50 etwas auffrischen und überholen, waren doch viele 10.000 km seit der ersten Tour mehr auf dem Tacho.

Um eine Überarbeitung durchführen zu können, brauchte ich eine Halle, um auch mal was Angefangenes liegen zu lassen. Das Freiluftschrauben, wie ich es bisher praktizierte, kam für so eine Überholung nicht in Frage, also machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Halle und wurde bald fündig. Jetzt konnte es endlich losgehen. Als  ich begann die ersten Teile vom W50 im Jahre 2005 zu demontieren, bekam ich die schreckliche Nachricht, das meine Vater gestorben sei. So beendete ich mit einem Schlag die angefangene Arbeit, der W50 blieb stehen. Es dauert eine ganze Weile, bevor ich wieder zum W50 zurückgekehrte, aber diesmal fuhr ich ihn wieder aus der Halle, weil ich plötzlich ein neues Projekt hatte, einen Schützenpanzerwagen (SPW 40 P2 oder auch BRDM-2).

Dieser musste wieder hergerichtet werden und so ging es weiter, nach dem SPW kam ein Tatra-813, danach eine ETZ-250, dann ein UAZ 469, ein Tieflader, ein Schützenpanzer (SPz) BMP-1, ein Trabant 601, ein HP 400, noch ein Tieflader, die Zeit verging und wir waren bereits im Jahr 2009 und am W50 war noch nichts passiert. Nach so vielen Projekten brennt man mit der Zeit auch irgendwie aus, die Motivation wird weniger.





Im April 2009 wollte ich dann endlich mit dem W50 anfangen. Es ging los, als erstes kam der LAK runter und der W50 rollte in die Halle. Nun wurde er hochgebockt und Räder, Bremstrommeln, Radlager und Federpakete wurden demontiert, aber wie das so ist im Leben, kam wieder etwas dazwischen. Ich hatte ich einen Motorschaden am UAZ 469. Also wurden die Arbeiten am W50 beendet und der Motor des UAZ wieder instandgesetzt, aber auch mein Trabant ärgert mich mal wieder, so das ich erst meine kleinen Fahrzeuge reparieren musste. Ebenfalls musste der Motor der ETZ neu abgedichtet werden, der BMP-1 (Schützenpanzer) hatte auch einige Macken, die behoben werden mussten, nicht zu vergessen der Tatra – 813. So ging es weiter bis zum August 2010.

Ich hatte es endlich geschaft und war wieder am w50, nach 5 Jahren! Das große Zerlegen begann und ich konnte so ein paar Wochen durchziehen. Was mich sehr gefreut hat, beim Ablassen der Kühlflüssigkeit, kam nur tiefblaue Flüssigkeit aus dem Motor, kein Rostschlamm! Mal sehen, wie die die ganzen anderen Öle in Achsen, Getriebe usw. aussehen? Die Ölzentrifuge sah wie geleckt aus, auch der Ölfilter war sauber.

Teile die nach bisherigen Stand erneuert, oder überholt werden müssen.

– Fahrerhaus schweißen
– Radläufe Bleche einschweißen
– Fensterkanten schweißen
– Rampenspiegel anbauen
– Motoröl – neu
– Getriebeöl – neu
– Öl in den Differentiale – neu
– Dieselfilter – neu
– Ölfilter – neu
– 3 x Gummis für Spurstange – neu
– 1 x Gummi Lenkgestänge – neu
– Bodenblech Fahrerseite, neu – vorhanden
– Bodenblech Beifahrerseite – überholen
– Lenkrad – neu – vorhanden
– Wasserschläuche Heizung – neu
– Krümmer für Auspuff – überarbeiten, oder neu?
– 2 x Batterien Fahrzeug – neu
– Wasserschläuche – neu
– Handbremse defekt – neu
– Pappverkleidungen Fußraum – neu
– Gummikappe Allradzylinder – neu
– Gummimanschette – Karadanwelle – neu
– Elektrik überarbeiten
– Wasserschlauch zwischen Zylinderköpfen – neu und mit Hohlschrauben
– Gummis (Fenster, Türen usw.) auffrischen und überholen
– Gummi für Lenksäule zwischen Bodenblech und Lenksäule ist eingerissen – neu
– Radlager Hinterachse beide Seiten – neu
– Federpaket Hinterachse Fahrerseite, 4 Lagen gebrochen, überholen
– Lichtmaschine checken, hat einen Kurzschluß
– Luftschlauch porös, Verlängerung vom Kompressor
– Kompressor überholen, zieht Öl
– Schalldämpfer, durchgerostet

11. August 2010

Heute habe ich den Dachgepäckträger entfernt, die Dachluke abgebaut, alle Scheiben ausgebaut, dabei fand ich zwei Rostnester, genau in den Ecken von den Scheiben unter den Gummis. Weiter wurden ausgebaut:
– Anlasser mit Magnetschalter,
– komplette Kupplung,
– Heizungskühler zusammen mit den Heizungskästen,
– sämtliche Wasserschläuche,
– Heizungshahn,
– Lüfterrad,
– Kühler,
– Kompressor,
– Lichtmaschine,
– Wasserleiste,
– Kaltstartgerät,
– Scheibenwischermotoren mit Gestänge,
– Amaturenbrett,
– Sitze,
– Motorraumverkleidung,
– Überdruckventil der Bremsanlage,
– sämtliche Luftleitungen und Luftschläuche,
– Handbremse, und noch vieles mehr.
Dabei macht man leider immer wieder die eine oder andere nicht so schöne Entdeckung.

Hier mal ein Blick in die Schrauberhalle

Schrauberhalle

Nach etlichen Stunden Arbeit war das „Entkernen“ des W50 abgeschlossen. Nun folgt der zeitaufwendige, längere und schwierigere Teil der Aufarbeitung. Das Fahrerhaus, abschleifen, Bleche einschweißen, Durchgang flexen und stabilisieren, Spachteln, Grundieren, Lackieren und dann wieder der Zusammenbau des Ganzen.

Ein paar „Zustandsbilder“ vom W50.
Das Fahrerhaus, auch „Rostlaube“ genannt.
Bin mal gespannt, wo ich noch fündig werde?

IFA W50 LA

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4. Oktober 2013

Es liegen ja schon bereits wieder 3 Jahre ! zwischen meinen letzten Arbeiten, aber ich habe wieder angefangen was am W50 zu machen! Alle defekten Blechteile wurden ausgetauscht und auch einen Durchgang am Fahrerhaus wurde realisiert. Anschließend wurde der W50 grundiert und lackiert. Jetzt beginnt der Zusammenbau und das Suchen nach den verstreut umherliegenden Teilen.

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